Homöopath

Der Homöopath ist ein Mediziner, der auf Basis der homöopathischen Lehren arbeitet. Diese gehen vorrangig davon aus, dass lediglich sehr kleine Wirkstoffmengen aus natürlichen Quellen erforderlich sind, um den Körper zu heilen.

Was ist der Homöopath?

Beim Homöopathen handelt es sich um einen ganzheitlichen Allgemeinmediziner, der einer alternativen Denkrichtung der Medizin angehört. Die Schulmedizin ist die heute allgemein anerkannte Behandlungsform und verabreicht Patienten sehr hohe Wirkstoffdosen, vor allem aber arbeitet sie mit hochtechnisierten und chemisch hergestellten Medikamenten – und die Homöopathie geht davon aus, dass diese den Körper viel zu stark belasten. Deswegen setzen sie auf verschwindend geringe Dosen und auf natürliche Heilmittel, denn so wird der Körper nicht völlig mit Wirkstoffen überschüttet und die Behandlung verhindert nicht die Heilung. Homöopathische Ärzte verstehen sich meistens als Allgemeinmediziner und sind in der medizinischen Grundversorgung tätig. In einigen Fällen müssen auch sie an Fachärzte der Schulmedizin weiter verweisen, beispielsweise bei der Diagnose schwerwiegender Erkrankungen wie Krebs. Sie bieten dann nur noch eine begleitende Behandlung in Absprache mit der Schulmedizin an. Viele andere leichte Erkrankungen wie etwa Erkältungen heilen sie allerdings alleine ohne die Hilfe der Schulmedizin und sprechen damit einen breiten Kreis in der Bevölkerung an, der von der gängigen Medizin enttäuscht ist oder ihr schlichtweg nicht vertraut.

Homöopathie und ihre Anwendungsgebiete

Viele Homöopathen bieten nicht nur die allgemeinmedizinische, hausärztliche Versorgung auf alternativem Wege an, sondern auch eine Reihe anderer Leistungen. Der Homöopath versteht sich als ganzheitlicher Arzt: Das bedeutet, dass er nicht nur das Symptom selbst heilt, sondern auch nach der Ursache der Erkrankung sucht und diese zusammen mit ihren Symptomen ausschaltet. Manche Homöopathen begeistern sich beispielsweise für esoterische Methoden wie die Meditation, fernöstliche Medizin oder andere alternative Wege, die mehr oder weniger von der Öffentlichkeit als wirksam anerkannt sind. So kann der Homöopath teilweise sehr spezifisch helfen und beispielsweise bei Rückenbeschwerden selbst eine Akupunktur-Behandlung anbieten, für die ein Hausarzt der Schulmedizin weiter verweisen müsste.

Kritik an der Homöopathie

Die Homöopathie arbeitet mit verschwindend geringen Wirkstoffdosen. Kritiker gehen von der Avogadro-Konstante aus, die besagt, wie viele Teilchen mindestens enthalten sein müssen, damit man überhaupt davon sprechen kann, dass der angegebene Wirkstoff enthalten ist. Homöopathische Medikamente hingegen enthalten so stark verdünnte Variationen des Wirkstoffs, dass diese selbst die Avogadro-Konstante übersteigen – und damit ist davon auszugehen, dass nichts Wirksames mehr enthalten ist. Homöopathen argumentieren allerdings so, dass es sich nicht um eine pharmakologische Therapie handelt, die sie anbieten, für die es natürlich sehr wohl auf die Dosis ankäme. Vielmehr kommt es auf den Wirkstoff selbst an, der eine Reaktion im Organismus stimulieren soll, also eine Selbstheilung des Körpers veranlasst. Diese ist die gesündeste Form der Heilung, da sie schonend ist und vom Körper selbst ausgeht, weshalb alle Heilungsschritte genau so ablaufen, wie sie für den Körper am besten sind. Letztendlich muss jeder Patient selbst entscheiden, in wessen Hände er sich begibt und auf welche Argumentation er am meisten Wert legen möchte.

Wie wird man Homöopath?

Der Homöopath ist anders als der Hausarzt und andere schulmedizinische Fachärzte kein Arzt im herkömmlichen Sinne. Er bietet die Behandlung einfacher, unproblematischer Erkrankungen auf natürlicher, homöopathischer Basis an und braucht dafür lediglich einen entsprechenden Lehrgang besucht zu haben. Danach kann er sich beim Gewerbeamt anmelden und seine homöopathische Praxis eröffnen. Lehrgänge findet man beispielsweise an Fernschulen, aber auch an speziellen Schulen und Hochschulen, für die man jedoch meistens keine besonderen Zugangsvoraussetzungen braucht. Man muss lediglich dazu bereit sein, sich die medizinische Grundbildung vermitteln zu lassen, für die solche Lehrgänge gedacht sind. Danach hat man aber die besten Voraussetzungen, als Homöopath erfolgreich zu werden.