Orthopäde

Rund 10.000 Orthopäden sind in Deutschland zugelassen. Sie kümmern sich um Form- und Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates sowie die Rehabilitation von Patienten in diesem Bereich. Dabei erkennen und behandeln sie nicht nur, sondern arbeiten auch vorbeugend. Ein großer Schwerpunkt ist dabei die Kinderorthopädie. Behandelt man Auffälligkeiten frühzeitig, lassen sich häufig Probleme im Erwachsenenalter komplett verhindern. Orthopäden arbeiten außerdem oftmals mit Sportmedizinern und Unfallchirurgen zusammen.

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Kinderorthopädie

Noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts bestand die Arbeit der Orthopäden vor allem in der Behandlung von Jugendlichen und Kindern. Vorrangig beschäftigte man sich mit den Folgen von Poliomyelitis und Knochentuberkulose. Heute werden häufig schon Babys vom Kinderarzt an den Orthopäden überwiesen. Meist liegt eine grobmotorische Entwicklungsverzögerung vor.

Fall-Beispiele Kinderorthopädie

Sophies Eltern Markus und Manuela F. merkten nach der Geburt schnell, dass ihre kleine Maus Probleme hatte. Sie schaute immer nur nach links und als sie anfing, ihren Kopf zu bewegen, ging dieser auch nur in diese Richtung. Der Kinderarzt überwies das Baby an einen Orthopäden. Dieser diagnostizierte Torticollis, den sogenannten Schiefhals. Dabei handelt es sich um eine Bewegungsstörung des Halses, die zu einer Fehlhaltung führt. Man unterscheidet zwischen einer angeborenen (skelettbedingten) und einer muskulären Torticollis. Auch eine neurologische Form ist möglich, tritt aber in der Regel erst viel später auf. Sophie hatte Glück: Eine kurative Behandlung durch Physiotherapie half ihr. Innerhalb weniger Monate konnte sie ihren Kopf gänzlich ohne Probleme bewegen. Allerdings benötigt sie für die allgemeinen grobmotorischen Entwicklungsschritte stets etwas länger als ihre Alterskameraden.
Marie (5) ist ein fröhliches Kind, das gerne schaukelt und neuerdings auch auf Bäume klettert. Das ist für die Eltern noch immer nicht selbstverständlich, denn kurz nach der Geburt stand die Diagnose Hüftdysplasie fest. Dabei handelt es sich um eine angeborene Fehlstellung und Störung der Verknöcherung des Hüftgelenks bei Neugeborenen. Bereits kurz nach der Geburt wurde bei Marie die Diagnose gestellt. Ihre Pofalten wiesen eine deutliche Ungleichheit auf. Durch diesen ersten Hinweis kam Marie noch während ihres Krankenhausaufenthaltes zu einem Orthopäden. Dieser machte den Ortolani-Test (hierbei werden die Oberschenkel senkrecht in Richtung Wirbelsäule gedrückt und danach nach außen bewegt). Das Geräusch, das dabei entstand, sowie die Ultraschallaufnahmen bestätigten den Verdacht. Da die Veränderungen bei Marie sehr deutlich waren, bekam sie vom Orthopäden eine Schiene verschrieben. Diese musste täglich getragen werden und hielt die Beine in einem abgespreizten Winkel fest. Nach monatelangem Tragen wurde sie wieder entfernt. Marie lernte daraufhin krabbeln und laufen, ohne dass eine Zeitverzögerung eintrat. Bis zum dritten Lebensjahr wurde sie regelmäßig dem Orthopäden vorgestellt – es wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Auffälligkeit festgestellt.

Fallbeispiel der Erwachsenenorthopädie

Zu den häufigsten Krankheitsbildern gehören unter anderem Osteoporose (Knochenschwund), Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung), Arthrose (Gelenkverschleiß), Lumbago (Hexenschuss) und der Bandscheibenvorfall.
Elke W. ist 55 Jahre alt und hat die Diagnose Osteoporose erst vor vier Wochen erhalten. Dass Osteoporose eine „still verlaufende“ Krankheit ist, deren Auswirkungen sich erst spät bemerkbar machen, musste auch die Angestellte eines Maklerbüros am eigenen Leib erfahren. Sie brach sich ohne erkennbaren Grund den Oberschenkelhals. Der Orthopäde, an den sie überwiesen wurde, leitete eine Messung der Knochendichte ein, da die Patientin in letzter Zeit vermehrt unter „Hexenschüssen“ gelitten hatte und der Mobilitätstest nicht besonders gut ausgefallen war. Das Ergebnis war eindeutig. Der Dichtewert lag durchschnittlich nur noch bei 0,733 g/ cm2. Die T- und Z-Werte lagen im deutlichen Minusbereich. Zur Basisbehandlung gehören in solchen Fällen eine kalziumhaltige Ernährung und regelmäßige Bewegung. Empfohlen wurden Elke W. regelmäßiges Rückenschwimmen oder Wassergymnastik und zahlreiche Spaziergänge. Unterstützend wurden der Patientin Medikamente verschrieben.

Zusatzqualifikationen

Viele Orthopäden bieten zusätzliche Leistungen wie beispielsweise Akupunktur oder Schmerztherapie an. Wer für Sie geeignet ist, sollten Sie nach Ihrem individuellen Krankheitsbild entscheiden. Oftmals helfen die Krankenkassen bei der Suche nach einem geeigneten Orthopäden.