Radiologe

Der Radiologe: ein Facharzt, der sowohl Diagnostiker als auch Therapeut sein kann.

Ausbildung:

Als Radiologe darf sich in Deutschland ein Mediziner bezeichnen, der nach abgeschlossenem Medizinstudium eine erfolgreiche Facharztausbildung im Bereich der Radiologie absolviert hat. Ein Radiologe ist also ein Facharzt für Radiologie.

Radiologie:

Bei der Radiologie handelt es sich um ein medizinisches Teilgebiet, in dessen Zentrum unter anderem der Einsatz mechanischer Wellen oder die gezielte Anwendung elektromagnetischer Strahlung stehen. Diese Strahlungen oder Wellen können zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden: So können sie beispielsweise der Diagnose von Erkrankungen oder Verletzungen dienen, sie können aber auch therapeutisches Instrument sein. Je nach Beschwerden, mit denen sich ein Patient an einen Radiologen wendet, stehen einem Radiologen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Der Radiologe als Diagnostiker:

Soll bei einem Patienten beispielsweise geprüft werden, ob es aufgrund eines Unfalls bzw. einer Verletzung zu Schädigungen an Knochen oder Gelenken gekommen ist, kann ein Radiologe dies beispielsweise auf der Grundlage von Röntgenaufnahmen tun. Anhand entsprechender Röntgenaufnahmen kann ein Radiologe den Schweregrad einer Verletzung erkennen und kann Ratschläge bzgl. weiterer Schritte des Patienten geben.
Das Röntgen wird als sogenanntes bildgebendes Verfahren bezeichnet. Weitere bildgebende Verfahren, die einem Radiologen zur Verfügung stehen, sind beispielsweise die Computertomografie (auch als CT bezeichnet) oder die Magnetresonanztomografie (MRT). Diese Verfahren können beispielsweise wichtige Informationen liefern zum Vorliegen einer neurologischen Erkrankung oder auch zu deren Verlaufskontrolle: Liegt bei einem Patienten etwa der Verdacht auf eine neurologische Erkrankung vor, so kann der Radiologe das Zentrale Nervensystem (also Gehirn und Rückenmark) mithilfe von CT oder MRT abbilden und so evtl. Abweichungen von der Norm erkennen. Patienten mit entzündlichen neurologischen Erkrankungen wie beispielsweise der Multiplen Sklerose (MS) können bei einem Radiologen in regelmäßigen Abständen prüfen lassen, ob sich neue Entzündungsherde gebildet haben.
Auch verschiedene präventive Maßnahmen können mit einem Gang zum Radiologen verbunden sein: so beispielsweise eine Brustkrebsvorsorge in Form eines Brust-Ultraschalls (auch als Mammasonografie bezeichnet). Hierbei werden Ultraschallwellen genutzt, die Veränderungen des Brustdrüsengewebes darstellen können. Außerdem kann ein Radiologe für viele weitere Vorsorgemaßnahmen konsultiert werden; so beispielsweise zur Darmkrebsvorsorge, zur Gefäß- oder zur Schlaganfallvorsorge.

Der Radiologe als Therapeut:

Ein Gang zum Radiologen kann nicht nur notwendig werden, um Diagnosen einzuholen; auch bei verschiedenen therapeutischen Maßnahmen kann ein Radiologe der richtige Ansprechpartner sein. So können beispielsweise einige bildgebende Verfahren begleitend zu verschiedenen Eingriffen genutzt werden: Unter anderem werden minimalinvasive Weitungen verengter Gefäße mithilfe von Durchleuchtungen kontrolliert; in der Medizin wird dieses Durchleuchten auch als Angiografie bezeichnet.
Auch eine sogenannte Strahlentherapie wird in der Regel durch Radiologen durchgeführt. Bei der Strahlentherapie (Radiotherapie) kommt eine sogenannte ionisierende Strahlung zum Einsatz; also eine Form von Strahlen, die Atome oder Moleküle des Körpers verändern kann. Eingesetzt wird die Strahlentherapie sowohl bei gutartigen als auch bei bösartigen Erkrankungen. Die Strahlentherapie kann je nach vorliegender Erkrankung eine Heilung oder auch ein Verzögern des Fortschreitens der Erkrankung erzielen. Ein Gang zum Radiologen kann hier im individuellen Fall beispielsweise sinnvoll sein bei einigen degenerativen oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Arthrosen (krankhafter Gelenkverschleiß) oder chronischen Schulterschmerzen. Ein Radiologe wird des Weiteren häufig konsultiert, wenn bei einem Patienten bösartige Tumore mithilfe der Strahlentherapie behandelt werden sollen.