Urologe

Arbeitsgebiete

Der Urologe befasst sich mit dem Harnapparat des menschlichen Körpers, mit den Geschlechtsorganen des männlichen Menschen und behandelt in diesem Zusammenhang stehende Krankheiten. Urologen mit der zusätzlichen Qualifikation eines Andrologen beschäftigen sich zudem gezielt mit der Fortpflanzungsfähigkeit von Männern.

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Harntrakt (Harnapparat)

a) die Harnwege

Die Harnwege sind die Verbindungstrassen zwischen den Nieren und der Blase. In den Harnleitern können sich Steine festsetzen, die den Abfluss behindern. Diese Steine entstehen als Folge einer zu hohen Konzentration an Säure und sind ein Kristallisationsprodukt der sauren Übermengen. Dem kann man durch eine bewusste Ernährung entgegenwirken: Mit dem regelmäßigen Verzehr von basischen Lebensmitteln wie Mandeln, Linsen und Pilzen stellt man die so gennante “ph-Balance” wieder her. Das ist sehr wichtig, weil Bewohner in Industriestaaten dazu neigen, ein Übermaß an säurehaltigen Fleisch- und Laktoseerzeugnissen zu konsumieren. Im Falle des Vorhandenseins von Harnsteinen kann der Urologe Tabletten mit Citrat- oder Dicarbonatsalzen verschreiben, die dann dafür sorgen, dass sich die Brocken in den Harnwegen auflösen. Symptome für Harnsteine sind Schmerzen in der Leistengegend und/oder in der Unterbauchregion.

b) die Harnblase

Auch zuständig ist der Urologe für Blasenentleerungsstörungen: Die Harnblase ist ein konkaver Muskel, der willentlich gesteuert werden kann und als Speichermedium für den Urin dient. Wenn dieser Muskel verletzt ist und sich nicht mehr selbstständig regenerieren kann, führt dies zur Inkontinenz. Bestimmte Berufsgruppen sind einem höheren Risiko ausgesetzt, was die Bildung von Rissen an der Harnblase angeht: Dazu gehören beispielsweise Bergleute, die jeden Tag durch Bohrungen und Rammarbeiten enormen Stößen und Erschütterungen ausgesetzt sind. Auch Stewardessen, die während ihrer Arbeitszeit überproportional häufig mit turbulenten Flugsituationen konfrontiert wurden, könnten betroffen sein. Bei Beschädigungen oder Überdehnungen der Harnblase kann der Urologe im Rahmen einer Operation speziell angefertigte Schlingen (Sphinkter) einsetzen, die mit ihrer Schließfunktion imstande sind, den Harndrang zu regulieren.

c) die Nieren

Die Nieren haben im menschlichen Organismus eine Filterfunktion für den Stoffwechsel. Da die Nieren im menschlichen Körper meistens nicht in gleicher Höhe angeordnet sind (kaudale Position der rechten Niere), kann es langfristig bei körperlichen aber auch bei seelischen Belastungen zu Fehlfunktionen kommen. Dazu gehört unter anderem der Nierenstau. Letzterem kann der Urologe durch einen operativen Eingriff Abhilfe schaffen, indem er eine “innere Schienung” von der Harnblase zur Niere legt, die die bestehende Einengung behebt. Diese Fehlfunktion, bei der die Nieren sich in ihrem Volumen vergrößern, kann auch angeboren (genetisch) sein. Ein Symptom für diese Fehlbildung, ist der häufige “Gang zur Toilette”.
Urologen kümmern sich um chirurgische Maßnahmen an den Leitungssystemen der Nieren, während Nephrologen sich um das eigentliche Nierengewebe und das Innenleben der Niere (Kelche, Kapseln, Bertini-Säulen) kümmern.

Geschlechtsorgane

Allgemein

Der Urologe wird nicht selten auch als der “Gynäkologe für die Männer” bezeichnet. Der Frauenarzt hat keine Fachausbildung in Bezug auf die primären (zum Beispiel Hoden) und sekundären (zum Beispiel Prostata) Geschlechtsorgane.

a) die Prostata

Die Prostata ist eine Drüse beim Mann, die für die Herstellung von Samenzellen mitverantwortlich ist. Sie liegt in direkter Nähe zur Harnblase. Wenn sich an oder in diesem Organ Krebszellen ansiedeln, hilft häufig nur noch eine Entfernung der Prostata durch einen Urologen, ins Besondere dann, wenn die Metastasen bereits stark fortgeschritten sind. Prostatakrebs kann vom Urologen computertomographisch festgestellt werden und es ist eine Krankheit die Senioren statistisch häufiger betrifft als junge Männer. Ab dem 40. Lebensjahr ist eine regelmäßige Prostata-Vorsorgeuntersuchung ratsam.

b) die Hoden

Die Hoden (lateinisches Fachwort: Testikel) sind ebenfalls mitverantwortlich für die Herstellung von Samenzellen. Es kann passieren, dass einer der beiden Hoden in einen Gewebebeutel nach oben abdriftet anstatt im vorgesehenen Skrotum (Hodensack) zu verbleiben. Wenn diese Erscheinung in der Pubertät bestehen bleibt, muss ein Urologe aufgesucht werden, da diese Mißstellung die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Meistens haben Kinder bzw. erwachsene Männer aufgrund dieses Phänomens einen niedrigeren Testosteronspiegel als ihre Altersgenossen und können sich in elementar lebensbedrohenden Situationen nicht aggressiv genug behaupten bzw. verteidigen.