Synthetische Farbstoffe und künstliche Aromen: Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Der Trend geht klar zu Bio. Seit Jahren steigt die Nachfrage für natürliche Lebensmittel, der Markt dafür ist nirgendwo so groß wie in Deutschland. Künstliche Lebensmittel haben dagegen einen schlechten Ruf, die Kuh auf dem Etikett verkauft ein Produkt eben besser, als es ein abgebildeter Chemiker im Labor könnte. Die Liste der eingesetzten Lebensmittelzusätze ist dennoch lang, über 300 Zusatzstoffe sind in Europa zugelassen. Sind sie schädlich oder unbedenklich?

Wozu werden Zusatzstoffe eingesetzt?

Lebensmittelzusätze kommen zum Einsatz, um die Eigenschaften eines hergestellten Lebensmittels zu beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel der Geschmack und die Farbe, aber auch die Form, Struktur und die Haltbarkeit des Produkts. Erkennen lassen sich die Stoffe an ihrer E-Nummer, der Buchstabe E gefolgt von einer Nummer. Die E-Nummern werden von der Europäischen Union erteilt. Eingesetzt werden beispielsweise häufig Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe. Farbstoffe sollen dem Lebensmittel eine gewünschte Farbe verleihen, das verrät schon ihr Name. Ähnlich verhält es sich mit Aromastoffen, die für eine Geschmacksrichtung sorgen. Durch Konservierungsstoffe bleiben Nahrungsmittel länger haltbar.

Darüber hinaus gibt es eine lange Reihe weiterer Stoffe. Antioxidantien verhindern, dass Lebensmittel vorschnell mit dem Sauerstoff in der Luft reagieren und so ihre Eigenschaften verändern. Das ist auch für das Mindesthaltbarkeitsdatum von Bedeutung, denn die Hersteller geben damit den Zeitpunkt an, bis zu dem sie ein gleichbleibendes Produkt garantieren können. Essbar ist das Lebensmittel danach meistens immer noch, aber Eigenschaften wie Farbe oder Konsistenz haben sich verändert. Emulgatoren helfen dabei, flüssige Stoffe besser miteinander zu vermischen. Geliermittel verdicken das Produkt und werden zum Beispiel bei der Herstellung von Pudding oder Saucen eingesetzt. Des Weiteren spielen Säuerungsmittel, Süßstoffe und Geschmacksverstärker eine wichtige Rolle für die Lebensmittelindustrie.

Natürliche und künstliche Zusatzstoffe

Zusatzstoffe in Lebensmitteln lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Es gibt natürliche Zusätze, die auch in der Natur vorkommen und die in der Regel aus Pflanzen gewonnen werden. Die zweite Kategorie umfasst dagegen künstliche, chemisch hergestellte Zusatzstoffe. Der Hinweis auf dem Etikett, dass keine künstlichen Zusatzstoffe enthalten sind, bedeutet also nicht, dass das Produkt frei von Zusatzstoffen ist. Es bedeutet lediglich, dass keine künstlichen Stoffe enthalten sind. Die meisten Zusatzstoffe gibt es sowohl als künstliche als auch als natürliche Variante. Als Säuerungsmittel kann beispielsweise als natürlicher Zusatz Zitronensäure (E 330) oder Weinsäure (E 334) verwendet werden. Eine künstliche Varianten davon ist hingegen der Stoff mit dem sperrigen Namen Monocalciumorthophosphat (E 341a).

Wo sind Lebensmittelzusätze drin?

Grundsätzlich müssen Lebensmittelzusätze immer gekennzeichnet sein. Ihnen ist der Großbuchstabe E vorangestellt, gefolgt von einer Nummer. So steht E 330 für Zitronensäure als natürliches Säuerungsmittel. Besonders häufig werden Zusatzstoffe in Fertiggerichten und vielen Getränken wie zum Beispiel Limonaden benutzt.

Sind Zusatzstoffe bedenklich?

Zusatzstoffe haben einen schlechteren Ruf, als ihnen an negativen Eigenschaften nachgewiesen werden kann. Jeder Zusatzstoff muss zunächst von der EU zugelassen werden, und unterliegt sowohl strengen Auflagen, als auch ständiger Beobachtung. Das gilt für künstliche und natürliche Zusatzstoffe gleichermaßen. Dennoch ist die Skepsis groß. Einige Lebensmittelzusätze stehen zudem in Verdacht, Allergien auszulösen. Grund zur Panik besteht aber nicht, auch wenn seit vielen Jahren Gerüchte umher gehen, dass einige Zusatzstoffe krebserregend seien. Die vielfach im Internet kursierenden Listen mit den angeblich gefährlichen Stoffen sind jedoch nachweislich gefälscht. Die Fehlinformationen sind aber schwer aus der Welt zu schaffen.