Betriebliche Gesundheitsförderung

Gesunde Mitarbeiter wünscht sich jeder Betrieb. Was sie dafür tun können und wie sich die Gesundheit der Untergebenen fördern lässt, ist aber längst nicht allen Personalchefs bewusst. Wohl auch nicht, wie stark sie selbst und ihr Unternehmen davon profitieren können. Denn durch Arbeitsausfälle, die durch Krankheiten verursacht werden, entstehen den Arbeitgebern jährlich hohe Kosten. Betriebliche Gesundheitsförderung will durch zielgerichtete Maßnahmen dazu beitragen, dass Mitarbeiter gesund bleiben.

Wenn Arbeit krank macht

Stress und Rücken – die Mehrheit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die am Arbeitsplatz entstehen, lässt sich mit den beiden Schlagwörtern zusammenfassen. Burnout und Bandscheibenvorfälle sind häufig Ursache dafür, dass Mitarbeiter für einige Zeit komplett ausfallen und dem Unternehmen fehlen. Jeder zwanzigste Arbeitnehmer fällt im Jahr krankheitsbedingt länger als sechs Wochen aus. Besonders häufig trifft es Menschen, die selbst im Gesundheitsbereich arbeiten, wie Pfleger, Krankenschwestern, Physio- und Ergotherapeuten. Aber auch Pädagogen und Menschen in sozialen Berufen sind oft betroffen. Betriebliche Gesundheitsförderung soll dazu beitragen, dass sich Arbeitnehmer am Arbeitsplatz wohl fühlen und gesund bleiben, anstatt krank zu werden.

Betriebliche Gesundheitsförderung – eine Entscheidung

Betriebliche Gesundheitsförderung ist zunächst einmal etwas, wofür sich ein Unternehmen entscheiden muss. Dazu muss häufig erst Überzeugungsarbeit geleistet werden, um Vorständen und Unternehmensleitern den Nutzen der Gesundheitsförderung nahezubringen. Grundsätzlich spricht sich natürlich jeder dafür aus, die Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu fördern. Doch Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein Thema, das strukturiert angegangen werden will und für das konkrete Schritte und Überlegungen notwendig sind. Halbherzige Maßnahmen laufen sonst schnell ins Leere und erzeugen eher Frust, als dass sie jemandem helfen. Zudem lassen sich pauschale Schritte zur Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz nie umsetzen, ohne sich die jeweilige konkrete Situation im Unternehmen anzuschauen. Betriebliche Gesundheitsförderung erfordert deshalb zunächst eine genaue Analyse, um Schwachstellen im Unternehmen zu finden. Erst danach können Strategien entwickelt werden, die für Angestellte im Arbeitsalltag hilfreich sind.

Gesundheit am Arbeitsplatz zahlt sich aus

Der Gedanke, dass sich gesunde Mitarbeiter für ein Unternehmen auszahlen, setzt sich immer mehr durch. Schätzungen zufolge bringt jeder Euro, der in die Gesundheitsförderung in Unternehmen investiert wird, in etwa drei Euro wieder zurück, weil die Kosten für krankheitsbedingten Ausfall drastisch sinken. Ein kranker Mitarbeiter bedeutet für ein Unternehmen immer doppelte Belastung, weil der Lohn zum einen bei krankheitsbedingtem Ausfall zunächst vom Arbeitgeber bezahlt wird, bevor die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Zum anderen fehlt der Mitarbeiter am Arbeitsplatz, die Aufgaben müssen auf andere verteilt werden. Dennoch stellt das Bundesgesundheitsministerium fest, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeiten für betriebliche Gesundheitsförderung ungenutzt lassen.

Was Unternehmen tun können

Gute Ansprechpartner, die zu betrieblicher Gesundheitsförderung beraten können, sind die Krankenkassen. Auch sie haben großes Interesse an gesundheitlicher Vorsorge im Betrieb, weil sich dadurch die Gesundheitsausgaben für sie reduzieren. Sinnvoll ist es darüber hinaus, auch die Mitarbeiter in die Überlegungen mit einzubeziehen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch wenn betriebliche Gesundheitsförderung eine immer wichtigere Rolle spielt und in Zukunft durch eine alternde Gesellschaft und immer ältere Arbeitnehmer nicht an Bedeutung verlieren wird – Arbeitnehmer können auch darüber hinaus die eigene Arbeitsfähigkeit absichern. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird von Experten als eine der wichtigsten Absicherungen eingestuft. Der Versicherte bekommt bei Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente ausgezahlt. Für einige Berufe, die ein hohes Unfallrisiko haben, sollte zudem eine Unfallversicherung in Erwägung gezogen werden.