Praxisgebühr

Im Zuge der Gesundheitsreform wurde im Jahr 2004 in Deutschland eine Praxisgebühr eingeführt. Einmal im Quartal müssen Patienten zehn Euro bezahlen, wenn sie zum Arzt gehen. Ausgenommen sind davon eine Vielzahl an Vorsorgeuntersuchungen. Abhängig ist die Praxisgebühr außerdem davon, bei wem der Arztbesuch abgerechnet wird. Bezahlt beispielsweise die Unfallversicherung, werden keine zehn Euro fällig. Privatversicherte müssen die Praxisgebühr ebenfalls nicht bezahlen. Erfahren Sie, wann und wo eine Praxisgebühr anfällt.

Warum gibt es die Praxisgebühr?

Die Praxisgebühr wurde eingeführt, um die geseztlichen Krankenkassen finanziell zu entlasten. Patienten sollen außerdem dazu gebracht werden, nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt zu gehen. Berechnet wird die Gebühr einmal im Quartal. Damit sie nicht für jeden Arzt erneut entrichtet werden muss, ist es notwendig, sich vom Hausarzt überweisen zu lassen. Der Gedanke dahinter ist, dass ein Hausarzt darüber entscheiden soll, ob ein Patient zu einem teuren Facharzt gehen soll, und wenn ja zu welchem. Auch dadurch lässt sich im Gesundheitssystem Geld einsparen.

Zehn Euro Gebühr fallen aber noch einmal zusätzlich an, wenn eine Behandlung beim Zahnarzt ansteht. Eine Überweisung zum Zahnarzt ist nicht möglich. Für den Notdienst sind weitere zehn Euro fällig. So kann es passieren, dass ein Patient im Quartal auf 30 Euro Praxisgebühr kommt.

Keine Praxisgebühr für Vorsorgeuntersuchungen

Befreit von der Gebühr ist, wer zu bestimmten Vorsorgeuntersuchungen geht. Dazu zählen alle geseztlich geregelten Vorsorgeuntersuchungen, einschließlich der zahnärztlichen Vorsorge. Auch für einige Schutzimpfungen müssen keine zehn Euro bezahlt werden.

Ausgenommen von der Praxisgebühr sind außerdem Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 18 Jahren. Befreit sind zudem vorsorgende Untersuchungen während der Schwangerschaft und Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung.