Volkskrankheit Allergie – Wenn das Immunsystem verrückt spielt

Es sind oft ausgerechnet die vermeintlich harmlosen Dinge, die Allergikern zu schaffen machen. Winzige Stoffe, die eigentlich unschädlich sind, lösen bei Allergikern große Reaktionen aus. Juckreiz und Niesen sind typische Antworten des allergisch reagierenden Körpers auf die Allergene, sie können aber auch Asthma und Neurodermitis verursachen. Schlimmstenfalls führt eine Allergie zu einem anaphylaktischen Schock, dann wird die Allergie für die Betroffenen sogar lebensgefährlich. Auch wenn die Zahl der Allergiker seit Jahrzehnten zunimmt, weiß niemand genau, warum das so ist – auch wenn es Hinweise gibt.

Wenn es im Frühjahr wärmer wird und die Menschen auf Wiesen und Grünflächen ins Freie drängen, beginnt für viele Allergiker der Albtraum des Pollenflugs. Während sich die Welt in neue Farben und Gerüche taucht, verderben ihnen gerötete Augen, Schnupfen und Juckreiz die Freude am schönen Wetter, und Frühlingsgefühle mögen so gar nicht aufkeimen. Pollen sind bekannt dafür, allergische Reaktionen auszulösen. Die Zahl der Stoffe, die dazu in der Lage ist, geht allerdings in die Zehntausende. So sind manche Menschen gegen bestimme Lebensmittel oder Medikamente allergisch, andere reagieren bei Kontakt mit Stoffen wie Latex und Nickel.

Was sich bei Allergie im Körper abspielt

Eine Allergie ist immer eine Überreaktion der körpereigenen Abwehr. Sobald das Immunsystem einen Reizstoff erkennt, schickt er auf den Stoff spezialisierte Antikörper los. Die Folge sind Symptome wie Schnupfen, Niesen und Juckreiz. Gerade bei Lebensmitteln können aber auch Blähungen und Durchfall auftreten. Die Auswirkungen reichen jedoch bis zu Asthma und einer allergischen Schockreaktion, die tödlich enden kann. Gefürchtet ist das besonders bei Allergikern, die zum Beispiel gegen Wespenstiche allergisch sind.

Weil die Zahl der Stoffe, die für eine Allergie verantwortlich sein können, so groß ist, existiert auch eine schier unübersichtliche Vielzahl an allergischen Reaktionen. Häufig treten Allergien an den Schleimhäuten auf und verursachen dort Schnupfen, Jucken und Niesreiz. In den Atemwegen können sie zu Atemnot führen, im Verdauungstrakt, wie schon erwähnt, zu Durchfall und Blähungen.

Wie Allergie entsteht

Dass das Immunsystem überreagiert, liegt daran, dass sich der Körper auf einen Stoff sensibilisiert. Das heißt, dass die körpereigene Abwehr ein- oder mehrmals mit dem Auslöser zu tun hat, bevor sie eine Allergie entwickelt. Wie man weiß, spezialisieren sich Antikörper auf die auslösenden Umweltstoffe, die so genannten Allergene, wodurch sich das Immunsystem die vermeintlichen Störenfriede für das nächste Mal merkt. So kommt es, dass etwa bei einem ersten Wespenstich meist noch keine allergische Reaktion auftritt und die Bestochenen erst beim zweiten Stich oder weiteren Kontakten mit dem Insektengift allergisch reagieren.

Die Zahl möglicher Allergien ist groß

In Deutschland sind in besonderer Weise junge Menschen von Allergien betroffen, jeder Zweite bis Dritte kennt die unangenehmen Reaktionen. Bei den Erwachsenen ist es etwa noch jeder Vierte bis Fünfte. Treffen kann es im Grunde jeden, allerdings ist eine gewisse Anfälligkeit für allergische Reaktionen auch erblich bedingt. Grob einteilen lassen sich Allergien am besten über ihre Ursachen. Bei Heuschnupfen sind das eben die berüchtigten Pollen, die in der warmen Jahreszeit überall in der Luft sind. Bei einer Lebensmittelallergie sind bestimmte Nahrungsmittel der Auslöser, die Bandbreite reicht dabei von Sellerie und Milch über Nüsse und Getreide bis hin zu Kräutern und manchen Obstsorten. Um sicher zu gehen, was eine Allergie verursacht, ist es ratsam sich von einem Hautarzt, auch Dermatologe genannt, testen zu lassen. Mittels eines Allergietests kann die Ursache so ganz genau festgestellt werden.

Wer Haustiere liebt, für den ist es in besonderer Weise schmerzhaft, wenn der geliebte Vierbeiner allergische Reaktionen herbeiführt, denn Hunde- wie auch Katzenhaare können eine Allergie provozieren. Im trauten Heim lauern aber noch ganz andere, tierische Übeltäter, die Allergikern schwer zu schaffen machen. Eine Hausstauballergie wird nämlich nicht durch den Staub selber geweckt, sondern durch den Kot von Hausstaubmilben.

Kreuzallergien – wenn eine Allergie die andere auslöst

Eine Kreuzallergie bewirkt, dass eine schon vorhandene Allergie zu einer weiteren Allergie führt. Das liegt häufig daran, dass sich die Allergie auslösenden Stoffe stark ähneln. So kann es vorkommen, dass gewisse Pollen, auf die der Körper stets allergisch reagiert, anderen pflanzlichen Stoffen in Lebensmitteln zum Verwechseln ähnlich sind. Die Antikörper des Immunsystems reagieren deshalb auf diese Lebensmittel in gleicher Weise wie auf die Pollen. In dem Beispiel würde eine Pollenallergie eine Lebensmittelallergie auslösen.

Was man bei einer Allergie tun kann

Zunächst einmal macht es Sinn, zu einem Hautarzt zu gehen. Durch Hauttests und Blutuntersuchungen sowie weitere Provokationstests wird sicher festgestellt, ober eine Allergie vorliegt und wogegen. Um die lästigen allergischen Reaktionen zu vermeiden, liegt es für Allergiker auf der Hand, die Auslöser ihrer Allergie zu meiden. Wichtig ist das insbesondere für Menschen, bei denen die Reizstoffe zusätzlich zu einer Neurodermitis führen können. Aber nicht immer ist es möglich, den Ursachen aus dem Weg zu gehen. Dann bleibt nur, die Symptome zu lindern. Das dürfen bei Hautreizungen zum Beispiel Hautcremes sein, in Extremfällen kann der behandelnde Arzt sogar Cortison gegen die Allergie verschreiben. Lassen Sie sich in jedem Fall von ihrem Arzt beraten, was sie gegen ihre individuellen Symptome tun können.