Hilfe bei Schlafapnoe

Wenn Atemaussetzer nachts den Schlaf rauben

Sie haben die ganze Nacht geschlafen, und fühlen sich trotzdem wie gerädert? Für Menschen mit Schlafapnoe fängt jeder Tag so an, die Müdigkeit zieht sich über den Tag hin wie ein bleierner Vorhang. Bei Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern, die von einigen Sekunden bis hin zu ein, zwei Minuten dauern können. Die Leidtragenden glauben, sie hätten durchgeschlafen und bekommen von den nächtlichen Strapazen nichts mit. Ausgeschlafen fühlen sie sich deswegen aber nicht. Im Gegenteil, die so genannte Tagesmüdigkeit ist ein typisches Merkmal von Schlafapnoe. Wird sie nicht behandelt, führt sie zu beträchtlichen gesundheitlichen Schäden.

In den überwiegenden Fällen ist es der Partner oder die Partnerin, die auf die Schlafstörung aufmerksam machen, denn Menschen, die an Schlafapnoe leiden, schnarchen meistens nicht nur laut, sondern fallen auch durch Atemaussetzer auf. Bis zu hundert mal können die Aussetzer in einer Nacht auftreten. Für die Bettnachbarn ist es ein dramatisches Schauspiel, wenn die Betroffenen nachts um Luft ringen, teils begleitet von lautstarkem Röcheln.

Schlafapnoe, wie kommt es dazu?

Schlafapnoe tritt in den meisten Fällen als obstruktive Schlafapnoe auf. Dabei verengen im Schlaf erschlaffte Weichteile wie Gaumen, Zunge, Halsmuskeln oder Fettgewebe die Atemwege so stark, dass der Schlafende keine Luft mehr bekommt. Nur in einem von zehn Fällen liegt eine zentrale Schlafapnoe vor, einer Störung des Schlafzentrums im Gehirn, bei der die Atemwege zwar frei sind, die Befehle des Gehirns zum Luftholen aber ausbleiben. Beide Ursachen haben zur Folge, dass der Sauerstoffgehalt im Blut drastisch absinkt. Der Körper der Betroffenen reagiert darauf mit einer Stressreaktion, um den Atemstillstand schnellstmöglich zu lösen. Dadurch steigen die Herzfrequenz und der Blutdruck schlagartig an. Infolge des nächtlichen Dauerstress verfehlt der Schlaf seine sonst erholsame Wirkung. Die resultierende Müdigkeit am Tag hat ernsthafte Nachwirkungen. Menschen mit Schlafapnoe fühlen sich wie gerädert, schlapp und unkonzentiert und sind weniger leistungsfähig. Eine Vielzahl an Verkehrsunfällen wird darauf zurückgeführt, dass von Schlafapnoe Betroffene beim Autofahren einschlafen, also in den so genannten Sekundenschlaf fallen.

Was tun bei Schlafapnoe?

Schlafapnoe kommt relativ häufig vor, in Deutschland sind ein bis zwei Prozent der Frauen und zwei bis vier Prozent der Männer davon betroffen. Besteht der Verdacht auf Schlafapnoe, weil die typischen Atemaussetzer nachts häufiger als fünfmal die Stunde auftreten und von regelmäßiger Tagesmüdigkeit begleitet werden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Der Verdacht wird anschließend meist in einem Schlaflabor untersucht, in dem die Betroffenen von Ärzten beim Schlafen beobachtet werden und verschiedene Messungen, beispielsweise der Hirnaktivität, durchgeführt werden. Da Schlafapnoe in vielen Fällen durch Übergewicht verursacht wird, ist eine der ersten Maßnahmen eine Gewichtsreduktion. Fett lagert sich nämlich auch im Rachen an und begünstigt so eine Verengung der Atemwege. Des Weiteren wird oft, zum Beispiel durch einen Pneumologen, eine Atemmaske verschrieben. Hierbei wird der Schlafende mit Luft versorgt, die mit leichtem Überdruck dafür sorgen soll, dass die Atemwege frei bleiben. Zudem kann eine Schlafschiene dabei hilfreich sein. Die Maßnahmen sorgen meist schon sehr schnell dafür, dass an Schlafapnoe Erkrankte sich besser und leistungsfähiger fühlen. In speziellen Fällen kann aber auch eine Operation notwendig sein.