Höllische Ohrenschmerzen durch Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung wird schnell zu einer schmerzhaften Angelegenheit, vor allem Kleinkinder erkranken häufig an ihr. Antibiotika kann die Entzündung schnell eindämmen, ist aber nicht immer notwendig. Von Hausmitteln bei Ohrenschmerzen, die durch eine Mittelohrentzündung hervorgerufen werden, ist dagegen abzuraten. Sie können die Infektion unter Umständen noch verstärken.

Eine Mittelohrentzündung ist eine Infektion der Schleimhäute im Mittelohr, die durch Viren und Bakterien verursacht wird. Kleinkinder sind besonders anfällig dafür. Das liegt daran, dass bei ihnen die Eustachische Röhre, eine Verbindung zwischen Nasenrachen und Mittelohr, im Vergleich zu einem Erwachsenen noch vergleichsweise breit und kurz ist. Dadurch können Erreger leichter ins Mittelohr gelangen und dort zu Entzündungen führen. Auch deshalb erkranken neun von zehn Kindern bis zu ihrem dritten Lebensjahr an einer Mittelohrentzündung.

Aber auch Erwachsene sind nicht davor gefeit. Entzündet sich das Mittelohr zu häufig, kann der infektiöse Befall von Schleimhäuten, oder in drastischeren Fällen auch von Knochen, chronisch werden. Ärzte sprechen dann von chronischer Otitis Media, chronischer Mittelohrentzündung also.

Ohrenschmerzen und Ohrendruck – wie sich eine Mittelohrentzündung bemerkbar macht

Vielfach tritt eine akute Mittelohrentzündung, bei Ärzten ebenfalls als Otitis Media Acuta bekannt, eigenständig auf. Sie ist aber auch in Verbindung mit Masern und Scharlach keine Seltenheit. Die Erkrankten bemerken häufig als erstes einen Druck auf dem betroffenen Ohr, der schnell zu starken Ohrenschmerzen anwachsen kann. Begleitet wird eine Mittelohrentzündung zudem oft von Tinnitus und Hörverlust, weshalb viele Betroffene zunächst einen Hörsturz vermuten. Ein Hörsturz grenzt sich aber dadurch ab, dass er vollkommen schmerzfrei verläuft.

Komplikationen bei Mittelohrentzündung – jetzt wird es ernst

Fällt eine Mittelohrentzündung besonders heftig aus und bleibt gleichzeitig unbehandelt, können Komplikationen entstehen, die entweder nur unangenehm oder auch sehr gefährlich sein können. Bleibende Störungen des Hörvermögens zählen dabei noch zu den harmloseren Folgen, die Entzündung kann auch auf das Innenohr übergreifen und bis zur Hirnhautentzündung, Hirnabszessen und einer Lähmung der Gesichtsnerven führen. Relativ häufig kommt es zu einer Mastoiditis, einer Entzündung im Warzenfortsatz des Schläfenbeines, die vor allem durch eine Rötung und Schwellung der Haut hinter dem Ohr erkennbar ist. Typisch ist auch, dass Eiter, der sich hinter dem Trommelfell sammelt, durch das Trommelfell durchbricht und aus dem Ohr herausläuft. Immerhin lässt dann der Schmerz schlagartig nach. Letztendlich sollten Sie aber spätestens zwei bis drei Tage nach einer Infektion einen Arzt aufsuchen, damit es gar nicht erst zu Komplikationen kommen kann.

Hausmittel gegen Mittelohrentzündung – wovon Sie die Finger lassen sollten

Die Diagnose Mittelohrentzündung stellt ein Hals-Nasen-Ohren Arzt (HNO Arzt) in der Regel, nachdem er das Ohr mittels eines Otoskops untersucht hat. Häufig reichen dann schon entzündungshemmende Nassentropfen oder Nasensprays aus, um die Infektion zu bekämpfen. Bei schweren Fällen verschreibt der Arzt Antibiotika, welches unbedingt durchgehend und die Anweisungen des Arztes befolgend eingenommen werden muss. Von Hausmitteln wie Ohrenkerzen und Wärmeflaschen oder wärmenden Salzsäckchen sollten Sie bei einer Mittelohrentzündung aber lieber die Finger lassen, denn sie können die Infektion im Ohr sogar noch verschlimmern.