Was tun bei Tinnitus?

Wenn es im Ohr plötzlich brummt und pfeift

Ein Ton, der erst im Kopf entsteht – manch einer wird sein Leben lang von einem Geräusch begleitet, das sonst niemand kennt. Der Tinnitus ist ein Symptom, keine Krankheit. In vielen Fällen begleitet er andere Erkrankungen des Hörapparats, zum Beispiel bei einem Hörsturz oder einer Morbus Menière. Doch nur im Extremfall ist der Lärm im Gehörgang derart quälend, dass er das Leben der Betroffenen nachhaltig einschränkt. Die meisten Menschen lernen, mit ihrem Ton im Ohr zu leben.

Fachleute sprechen von Tinnitus aurum, was lateinisch ist und “Klingeln der Ohren” bedeutet. Er ist eine Störung der Hörfunktion und zeichnet sich aus durch ein anhaltendes Geräusch, welches die Betroffenen hören. Das Geräusch kommt häufig in Gestalt eines hohen Pfeiftons, kann aber auch als Brummen, Zischen, Rauschen oder Knacken wahrgenommen werden.

Von zehn Deutschen haben mindestens ein bis zwei einen Tinnitus, also ein permanentes Geräusch im Ohr. Sie sind dauerhaft von Tinnitus betroffen. Annähernd die Hälfte hört zumindest einmal im Leben einen Ton, den andere nicht wahrnehmen. Er tritt als Symptom in Begleitung einer Vielzahl anderer Erkrankungen auf und steht beispielsweise im Zusammenhang mit Hörsturz, Mittelohrentzündung, Tauchunfällen, Autoimmunerkrankungen und vielen anderen Krankheiten des Gehörs.

Tinnitus – was nun?

Bisweilen verschwindet ein Tinnitus wieder von alleine, doch nicht selten bleibt er dauerhaft und wird je nach Situation mal stärker und mal schwächer, beziehungsweise mal mehr und mal weniger als störend empfunden. Am besten lässt sich mit ihm umgehen, wenn ein Tinnitus so früh wie möglich behandelt wird. Je länger er unbehandelt bleibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er chronisch wird. Oft wird er im Verlauf seines Auftretens aber schwächer, und es lässt sich ganz gut mit ihm leben. Nur wenige Menschen empfinden ihren Tinnitus als wirklich störend.

Da der lästige Quälgeist mit einer ganzen Reihe von Ursachen in Zusammenhang stehen kann, ist auch die Behandlung eines Tinnitus eine individuelle Sache. So kann ein HNO Arzt, also ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, zum Beispiel eine mögliche Mittelohrentzündung diagnostizieren. Auch ein Hörsturz oder ein Hirntumor können womöglich Ursache sein. Sehr oft ist der Grund für das Ohrensausen aber psychischer Natur und eine Psychotherapie hilft den Leidtragenden dabei, mit ihrem Tinnitus fertig zu werden.

Dem Tinnitus den Schrecken nehmen

Menschen, bei denen die Geräusche nicht mehr weggehen, müssen lernen, mit dem Lärm in ihrem Kopf umzugehen. Das Geräusch entsteht eben nicht im Ohr selbst, sondern zwischen den beiden Ohrmuscheln, nämlich im Gehirn. Möglicherweise liegt bei Menschen mit Tinnitus eine Störung der Filterung von Signalen im Gehirn vor. Vor allem wenn es still wird, so zum Beispiel vor dem Einschlafen, nehmen viele Menschen den Ton erst recht wahr. Doch je mehr Aufmerksamkeit er bekommt, desto stärker wird ein Tinnitus gehört. Entspannungsübungen wie Yoga und autogenes Training helfen dabei, einen entspannteren Umgang mit dem Ton im Kopf einzuüben. So schaffen es viele Betroffene, die Geräusche zu vergessen.