Neurodermitis – Juckreiz bis unter die Haut

Sie umgibt uns, schützt uns, lässt uns fühlen und erleben. Kein anderes Organ des Menschen ist so vielseitig und dabei so strapazierfähig wie die Haut. Sie ist nicht nur das größte Sinnesorgan mit abertausenden Rezeptoren, die Wärme, Kälte und Berührungen erfahrbar machen, sondern bildet auch die Grenze unseres Körpers zur Außenwelt und schützt neben Viren, Bakterien, Pilzen und UV-Strahlen vor vielen weiteren schädlichen Einflüssen. Für Menschen mit Neurodermitis kann sie aber auch Ursache erheblicher Qualen sein, wenn sie aus einem ewigen Kreislauf aus Jucken und Kratzen nicht mehr herausfinden.

Neurodermitis ist keine Seltenheit

Neurodermitis ist eine klassische Zivilisationskrankheit, vor allem in den Industriestaaten ist sie stark verbreitet. Mehrere Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an der chronischen Hautkrankheit, die genauen Zahlen schwanken in etwa zwischen vier und sechs Millionen Betroffenen. Den größte Anteil daran haben Kinder, bei zwischen fünf und 20 Prozent von ihnen bilden sich die typischen roten und schuppenden Ekzeme auf der Haut. In der Pubertät verschwinden bei vielen Hautkranken die Symptome allerdings, nur bei drei von zehn Patienten mit Neurodermitis bleiben die Beschwerden bis ins Erwachsenenalter. Allerdings nimmt die Zahl der Erkrankungen insgesamt seit Jahren zu, so dass heute rund fünfmal so viele Menschen an Neurodermitis leiden, wie es in der Mitte des letzten Jahrhunderts noch der Fall war, dabei ist die Hautkrankheit nicht ansteckend. Warum das so ist, ist bisher nicht eindeutig geklärt.

Die Auslöser der juckenden Hautkrankheit

Der Name Neurodermitis leitet sich von den griechischen Wörtern neuron für Nerv und derma für Haut ab. Er stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man noch fälschlicherweise glaubte, dass die Krankheit nervliche Gründe hätte. Diese Vorstellung ist mittlerweile längst überholt, weshalb die Krankheit heute bei Ärzten auch den Namen atopisches Ekzem hat. Vollständig gelöst ist das Rätzel des juckenden Hautausschlags aber längst nicht. Ziemlich sicher sind sich Mediziner, dass es genetische Veranlagungen gibt, die bisher aber nicht enträtzelt sind. Zudem gilt es als ausgemacht, dass einige Umwelteinflüsse bei Menschen mit Neigung zu Neurodermitis den Hautausschlag auslösen. Zu den Auslösern zählen vor allem Stress und andere starke Gefühle, wie zum Beispiel Freude. Daneben begünstigen viele weitere Faktoren die Bildung der Ekzeme. Dazu gehören Stoffe, die auch für Allergien typisch sind, wie Pollen, Tierhaare und die Ausscheidungen von Haustaubmilben, des Weiteren bestimmte Lebensmittel, Zigarettenrauch Parfüms und Konservierungsstoffe. Ferner gehören auch manche Textilien zu den möglichen Auslösern.

Neurodermitis sollte behandelt werden

Bei Neurodermitis treten die Beschwerden in Schüben auf. Sie können nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Schub zu Schub verschieden sein, was ihre Dauer und Intensität angeht. Besonders tückisch für die Betroffenen ist, dass sie sich eigentlich nicht kratzen dürfen, da Kratzen und andere Hautreizungen die Neurodermitis weiter verstärken. Weil der Juckreiz aber oft kaum auszuhalten ist, geraten die Erkrankten häufig in einen Teufelskreis aus anhaltendem Juckreiz und zwanghaftem Kratzen der betroffenen Stellen.

Neurodermitis ist zur Zeit nicht heilbar, lässt sich aber behandeln. Anfangs lässt sich das Leiden durch fettende, Feuchtigkeit spenndende Hautcremes lindern, auch kalte Umschläge tun den gereizten Stellen gut. Wenn die Symptome der Neurodermitis allerdings über trockene Haut hinaus gehen, ist die Behandlung durch einen Hautarzt oft unerlässlich. Neben entzündungshemmenden Cremes kommen je nach Schweregrad der Hautkrankheit auch Medikamente zur inneren Anwendung in Frage. Das kann im extremen Fällen sogar Cortison sein. Ein guter Dermatologe wird zudem anhand der Krankengeschichte versuchen herauszufinden, welche Auslöser regelmäßig zu einem Ausbruch der Neurodermitis führen, und in dem Zusammenhang mit Hilfe eines Allergietests auch Verbindungen zwischen Allergien und der Neurodermitis aufspüren.

Psychische Folgen – wenn Neurodermitis unter die Haut geht

Vor allem zwei Merkmale einer Neurodermitis führen dazu, dass viele Patienten auch seelisch unter der Hautkrankheit leiden. Vor allem, wenn sich die Hautausschläge auf sichtbaren Stellen wie Händen und Gesicht ausbreiten, nagt das schnell am Selbstwertgefühl. Der zweite Grund ist, dass der starke Juckreiz viele Erkrankte nicht richtig schlafen lässt. Häufiger Schlafmangel kann die Seele krank machen und lässt die Geplagten häufig erschöpft und matt durch den Tag gehen. Deshalb kann es manchmal wichtig sein, eine Neurodermitis zusätzlich von einem Psychotherapeuten behandeln zu lassen.

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