Gehirnerschütterung und Schädel-Hirn-Trauma

Ist bei einem Sturz oder Unfall der Kopf betroffen, fordert das immer höchste Aufmerksamkeit. Denn auch wenn von außen keine Verletzungen zu sehen sind, ist häufig das Gehirn betroffen. Ob es sich um eine leichte Gehirnerschütterung oder schon um ein schwereres Schädel-Hirn-Trauma handelt, lässt sich für Laien auf Anhieb kaum klären. Auch deshalb sollte bei den ersten Anzeichen einer Gehirnerschütterung wie Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit reagiert werden. Der Betroffene sollte schleunigst von einem Arzt untersucht werden, auch um schwere Komplikationen wie eine Gehirnblutung zu vermeiden.

Symptome einer Gehirnerschütterung

Oft reicht eine ungeschickte Bewegung, und der Kopf bleibt an Türrahmen, Schranktüren oder den Köpfen anderer hängen. Einen Schlag auf den Kopf holt man sich auch schnell bei einem Sturz oder Unfall. Meistens geht alles gut und der eigene Dickschädel kommt wieder einmal glimpflich davon. Abhängig von der Art und Stärke der Gewalteinwirkung auf den Schädel setzen aber wenig später Beschwerden ein, die typisch sind für eine Gehirnerschütterung. Das kann bei einer starken Erschütterung des Gehirns bis zur Bewusstlosigkeit führen, häufige Symptome sind darüber hinaus Kopfschmerzen, Schwindel, Probleme mit dem Gleichgewicht und Kreislauf, Schielen sowie Übelkeit und Erbrechen. Sehr oft kommen später Erinnerungslücken hinzu, Betroffene haben dann meist Probleme damit, sich an Ereignisse kurz vor und kurz nach dem Vorfall, der zu der Gehirnerschütterung geführt hat, zu erinnern.

Ausprägungen eines Schädel-Hirn-Traumas

Medizinisch betrachtet ist eine Gehirnerschütterung lediglich eine leichte Form eines Schädel-Hirn-Traumas, abgekürzt auch als SHT bezeichnet. Voraussetzung dafür ist, dass das Hirn von der Verletzung betroffen ist. Kopfverletzungen wie Platzwunden und Frakturen allein zählen noch nicht dazu. Unterteilt wird das Schädel-Hirn-Trauma in drei Schweregrade. Der erste Grad eines SHT ist weithin bekannt als Gehirnerschütterung. Bei schwereren Traumata des Hirns kommt es nicht selten zu bleibenden Schäden. Dazu gehören unter anderem Sprachstörungen und Lähmungen.

Was tun bei einer Gehirnerschütterung?

Bei den ersten Anzeichen einer Gehirnerschütterung oder eines schwereren Schädel-Hirn-Traumas sollten Betroffene umgehend in die Notaufnahme eines Krankenhauses gebracht werden. In besonders schweren Fällen ist der Anruf beim Rettungsdienst sicherlich angebracht. Auch in solchen Fällen ist es besser, lieber einmal zu oft anzurufen, als die Gesundheit des Geschädigten zu riskieren. Denn ein Schädel-Hirn-Trauma kann gefährliche Komplikationen nach sich ziehen, und die treten manchmal schon bei einer vermeintlich harmlosen Gehirnerschütterung auf. Wird der Betroffene bewusstlos, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Denn eine Gehirnerschütterung führt nicht selten dazu, dass die Geschädigten erbrechen. Die stabile Seitenlage schützt davor, dass sie sich in ihrer Bewusstlosigkeit an ihrem Erbrochenen verschlucken und daran ersticken. Die Bewusstlosigkeit kann schon nach wenigen Sekunden bis Minuten wieder vorüber sein, in schweren Fällen eines Schädel-Hirn-Traumas ist es jedoch nicht untypisch, dass die Bewusstlosigkeit eine halbe Stunde oder länger anhält.

Wie wird eine Gehirnerschütterung behandelt?

Bei einer Gehirnerschütterung, die keine ernsthaften Verletzungen des Gehirns nach sich zieht, ist vor allem Bettruhe angebracht. Häufig wird den Betroffenen nahegelegt, zunächst einmal im Krankenhaus zu bleiben, um den weiteren Verlauf der Gehirnerschütterung beobachten zu können. Gegen die Schmerzen kann dem Patienten ein Schmerzmittel gegeben werden.

Um den Schweregrad des Schädel-Hirn-Traumas festzustellen, setzt der behandelnde Arzt die Glasgow-Coma-Scale ein. Das ist eine Checkliste, die überprüfen soll, wie gut der Patient auf Sinnesreize reagiert. Zusätzlich kommen oft weitere neurologische Untersuchungen und bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) zum Einsatz.