Migräne – Wenn der Schmerz im Kopf wütet

Unter Kopfschmerzen leidet bisweilen jeder mal, doch etwa acht Millionen Deutsche werden regelmäßig von einem besonders schwerwiegenden Leiden heimgesucht, das die Geplagten zeitweise völlig Schachmatt setzt. Die Rede ist von der Migräne, für die bis heute kein Heilmittel gefunden worden ist. Doch wer an Migräne leidet, ist nicht vollkommen wehrlos und kann sowohl Dauer als auch Intensität der Schmerzen lindern, um die Symptome der Migräne zumindest auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz, der bei den meisten Menschen gelegentlich auftritt, ist die Migräne zwar weniger verbreitet, hat aber dafür ungleich drastischere Auswirkungen auf die Leidtragenden. Und doch ist immerhin jeder Zehnte betroffen, Frauen leiden dabei dreimal so häufig unter Migräne wie Männer. Genau wie Spannungskopfschmerz und auch Clusterkopfschmerz gehört Migräne zu den so genannten primären Kopfschmerzen, ist also eine eigenständige Krankheit und wird nicht durch andere Krankheiten verursacht. Sie ist dessen ungeachtet keinesfalls zu verwechseln mit gewöhnlichen Kopfschmerzen. Migräne ist eine ernstzunehmende neurologische Erkrankung, die schlimmstenfalls chronisch werden kann. Ihre Symptome und ihr Verlauf sind von Fall zu Fall sehr unterschiedlich, die Betroffenen erleben ihre eigenen, individuellen Schmerzattacken. Charakteristisch ist ein starker, pulsierender, halbseitiger Kopfschmerz, der von zusätzlichen Beschwerden wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit begleitet wird.

Aura – Wie sich Migräne ankündigt

Einer bis zwei von zehn Migränepatienten erlebt vor einer Migräneattacke ein besonders außergewöhnliches Phänomen durch das sich die Migräne ankündigt und das Aura genannt wird. Hierbei erleben die Betroffenen neurologische Störungen die sich meistens visuell oder sensorisch bemerkbar machen und deren sehr individuelle Erscheinungsformen vom Wahrnehmen geometrischer Formen über Unschärfe bis zum Verlust des räumlichen Sehens reichen. Ebenfalls typisch ist ein Kribbeln in Armen und Beinen, das unter der Haut hin und her wandert. Für die einen ist die Aura ein faszinierendes Erlebnis, anderen macht sie große Angst. Wenn die Aura nach rund einer Stunde abklingt, dauert es meist noch einige Zeit, bis der Schmerz einsetzt, die Ruhe vor dem Sturm. Bei einer Migräne mit Aura ist es für die Patienten leicht zu erkennen, dass eine Migräne bevorsteht. Auch ohne Aura, die bei rund 80 Prozent gar nicht auftritt, lässt sich eine bevorstehende Migräneattacke im Vorfeld erkennen. Oft sind eine Überempfindlichkeit und Müdigkeit Anzeichen dafür, es lohnt sich in jedem Fall auf Zusammenhänge zu achten, denn viele Menschen erkennen die Vorboten dafür nicht. Zudem gehören zu einer Migräne auch Auslöser, so genannte Trigger, die sich vermeiden lassen.

Trigger – Was Migräne auslöst

Bis heute sind die genauen Gründe für Migräne nicht erforscht, dennoch gibt es Medikamente dagegen, sowie Verhaltensweisen, um sie zu vermeiden und besser zu ertragen. Stress sollte unbedingt vermieden werden, und Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training und progressive Muskelentspannung helfen dabei, den Stresslevel niedrig zu halten. Ratsam ist es auch, sich von einem Neurologen beraten zu lassen, um die eigenen Schlüsselreize herauszufinden, die so genannten Trigger. Darüber hinaus kann er Medikamente gegen Migräne verschreiben. Dabei spielen vor allem Triptane eine wichtige Rolle, die Medikamente sollten aber möglichst bei den ersten Schmerzanzeichen genommen werden, um rechtzeitig wirken zu können. Die meisten Betroffenen brauchen dann Dunkelheit und Ruhe, um die einsetzenden Schmerzen ertragen zu können. Diagnostiziert werden kann eine Migräne von einem Hausarzt oder Allgemeinmediziner durch die Anamnese, also das Betrachten der persönlichen Krankengeschichte, sowie das Einordnen der geschilderten Symptome. In vielen Fällen lohnt es sich aber auch, bei einem Neurologen oder Kardiologen durch bildgebende Verfahren wie CRT oder MRT andere Ursachen für die Schmerzen auszuschließen.