Blick durchs Milchglas: Der Graue Star

Ein grauer Schleier, der sich über die Augen legt – so in etwa macht sich der Graue Star bemerkbar. Durch nichts anderes werden weltweit mehr Menschen blind, als durch grauen Star. In Ländern wie Nepal ist das Augenleiden eine regelrechte Volkskrankheit, von der auch Kinder und Jugendliche nicht verschont bleiben. In den Industrienationen hat das Augenleiden seinen Schrecken aber weitestgehend verloren, denn operative Eingriffe geben den Erblindenden ihr Augenlicht wieder zurück.

Die Zahl spricht für sich, weit über eine halbe Millionen Operationen werden jedes Jahr in Deutschland durchgeführt, weil die Diagnose Grauer Star lautet. Die bei Medizinern als Katarakt bekannte Erkrankung tritt in den allermeisten Fällen erst im hohen Alter auf, doch immer noch einen von zehn Betroffenen befällt sie schon in jungen Jahren. Heutzutage ist es jedoch in der westlichen Welt reine Routine, dem schleichenden Sehverlust Einhalt zu gebieten. Welches Ausmaß die eingangs genannte Zahl für Menschen in ärmeren Gegenden der Welt bedeutet, lässt sich indes nur erahnen. Auch sie sind vor grauem Star nicht gefeit, können sich eine Operation aber meist nicht leisten.

Grauer Star und seine Ursachen

Auffälligstes Kennzeichen des grauen Stars sind die getrübten Linsen der Betroffenen. Ist die Augenkrankheit weit fortgeschritten, ist die graue Trübung hinter der Pupille auch für Laien erkennbar. Langsam und schmerzlos verlieren die Erkrankten ihr Augenlicht, die Welt wird grau und verschwommen. Zusätzlich sehen die Betroffenen weniger scharf und farbig, das Bild wird außerdem kontrastärmer. Hinzu kommen manchmal Sehstörungen wie Doppelbilder oder sogenannte Halos – Lichtsäume, die sich um das Gesehene legen.

Die jeweilige Ursache für den grauen Star, der sich von dem Wort Erstarrung ableitet, bleibt für die meisten ungeklärt. Die Vererbung der Krankheit spielt in vielen Fällen eine wichtige Rolle, hinzu kommen Risikofaktoren wie Diabetes, Verletzungen der Augen, Drogen und Medikamente wie Kortison. Für Kinder, die während der Schwangerschaft im Mutterleib mit Masern oder Röteln infiziert waren, erhöht sich das Riskio, an grauem Star zu erkranken. Starke Bedeutung kommt auch der Aussetzung der Augen durch UV-Strahlen zu. Hochgelegene Länder wie Nepal, in denen die UV-Strahlung besonders hoch ist, haben deshalb verstärkt mit dem Augenleiden zu kämpfen.

Wie sich Grauer Star behandeln lässt

Durch einen operativen Eingriff, der in aller Regel ambulant erfolgt, lässt sich Grauer Star heute gut behandeln. Grund für die schlechter werdende Sicht ist eine immer stärker eintrübende Linse. Auch wenn diese Trübung je nach Art der Erkrankung unterschiedlich ausfällt – bei einer Operation ist das Prinzip im Wesentlichen immer das selbe. Anders als oft geglaubt, kommt dazu allerdings kein Laser zum Einsatz. Stattdessen wird ein kleiner Schnitt gemacht, durch den werden anschließend Teile der Linse durch Ultraschall verflüssigt und schließlich entfernt. Die hintere und seitliche Linsenkapsel wird normalerweise belassen. Danach wird eine Kunstlinse eingesetzt, die dann ein Leben lang im Auge bleiben darf.

Erst bei einem so genannten Nachstar wird ein Laser eingesetzt. Bei dem Nachstar handelt es sich um eine Trübung der hinteren Linsenkapsel. Sie wird beim ersten Eingriff belassen, weil sie eine Barriere zum hinteren Teil des Augapfels bildet. In wenigen Fällen trübt sich die Linsenkapsel allerdings ein, und wird dann problemlos mittels eines Lasers entfernt.

Die Operation zur Beseitigung des Grauen Stars gilt als sehr sicher und ist heutzutage reine Routine. Komplikationen sind selten, meist handelt es sich dabei um Infektionen, die bei der Operation ins Auge gelangen und mit Medikamenten gut behandelt werden können. Es können vereinzelt aber auch Blutungen auftreten, und Schäden an der Netz- oder Hornhaut entstehen. Lassen Sie sich dazu unbedingt auch von einem Arzt Ihres Vertrauens beraten.