Fehlsichtig? Ab zum Sehtest!

Wer hätte nicht gerne Adleraugen? Den meisten Menschen in Deutschland sind derart gute Augen allerdings leider nicht vergönnt. Fast 65 Prozent der Erwachsenen sind auf eine Sehhilfe angewiesen. Weitverbreitet sind die Brille zum Lesen und die Brille zum Autofahren. Egal, ob sie sich für eine Brille oder Kontaktlinsen entscheiden, Fehlsichtige sollten erstmal zu einem Augenarzt oder Optiker gehen, um einen Sehtest zu machen. Der stellt die Brechkraft des Auges in Dioptrien fest, klärt den Grund der Fehlsichtigkeit und ermittelt, ob die Untersuchten kurz- oder weitsichtig sind.

Prüfung für die Augen

Lauter kleine, schwarze Symbole, die ineinander verschwimmen – wem es so bei Augenarzt oder Optiker geht, ist höchstwahrscheinlich fehlsichtig. Mit Hilfe eines Sehtests können Optiker und Augenarzt das Sehvermögen überprüfen. Für einen Führerschein ist der Sehtest Pflicht, dabei reicht es zunächst einmal schon aus, die Schärfe der Sehfähigkeit zu testen. Ist die in Ordnung, ist der Sehtest bestanden.

Überprüft werden bei dem Test der Nahvisus und der Fernvisus, also die Fähigkeit, nah und weit entfernte Gegenstände zu sehen. Dazu muss der Proband Zeichen auf einer Sehtafel erkennen. Das können zum Beispiel Buchstaben sein. Häufig kommen dabei so genannte Landoldtringe zum Einsatz. Das sind für Sehtests genormte Ringe, die zu einer Seite hin geöffnet sind. Zunächst muss der Prüfling die Symbole aus fünf Meter Entfernung entziffern. Hat er hier Schwierigkeiten, ist er vermutlich kurzsichtig. Je näher er an die Tafel treten muss, um die Zeichen richtig zu erkennen, desto stärker die Kurzsichtigkeit. Im Anschluss geht der Test von vorne los, diesmal aber aus einem Abstand von etwa 40 Zentimetern. Gibt es hier Probleme, liegt das voraussichtlich an Weitsichtigkeit.

Sehtest für den Führerschein

Wer einen Führerschein haben will, kommt an einem Sehtest nicht vorbei. Das geht in der Regel sehr schnell und kostet in etwa sechs bis sieben Euro beim Augenoptiker. Wird der Sehtest nicht bestanden, bedarf es des Gutachtens eines Augenarztes, damit die Fahrerlaubnis erteilt werden kann.

Für bestimmte Führerscheinklassen reicht es allerdings nicht aus, nur die reine Sehfähigkeit zu überprüfen. Insbesondere LKW- und Busfahrer erwarten vor ihrer Fahrerlaubnis weitere Tests. Überprüft werden unter anderem Einschränkungen des Sichtfelds, die Fähigkeit des räumlichen Sehens und des Sehens bei Dämmerung sowie eine etwaige Farbenblindheit. Darüber hinaus reicht es bei ihnen nicht aus, den Test einmal zu bestehen, um ein Leben lang den Führerschein zu behalten. Im Gegensatz zur Führerscheinklasse B müssen sie ihr Sehvermögen in regelmäßigen Abständen wiederholt überprüfen lassen.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Die am weitesten verbreitete Fehlsichtigkeit ist Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt. Den Betroffenen fällt dann verstärkt das Weitsehen schwer. Auf kurze Entfernung können sie dagegen oft sehr gut sehen, manchmal sogar besser als Normalsichtige. Vor allem beim Autofahren ist eine Brille für Kurzsichtige aber unerlässlich. Gemessen wird die Sehstärke in Dioptrie (dpt), in der auch der Brechwert optischer Linsen angegeben wird. Der Wert für ein gesundes Auge liegt in etwa bei 60 Dioptrien. Abweichungen davon werden mit Plus und Minus angegeben, je nachdem, ob es sich um Weit- oder Kurzsichtigkeit handelt. Für Kurzsichtige steht ein Minus, zum Beispiel -2 Dioptrien. Kurzsichtige haben den Vorteil, dass sich ihre Sehschwäche mit zunehmendem Alter häufig durch Alterssichtigkeit teilweise ausgeglichen wird.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Weitsichtigkeit, oder Übersichtigkeit, führt dazu, dass Fehlsichtige entfernte Gegenstände zwar problemlos sehen können. Dafür haperts aber beim Sehen auf kurze Distanz. Nicht selten brauchen sie deshalb eine Brille zum Lesen. Bei ihnen liegt die Schärfe des im Auge abgebildeten Bildes hinter der Netzhaut, wohingegen bei Kurzsichtigen die Schärfe vor ihr liegt. In beiden Fällen wird das Bild unscharf.

Abhilfe schaffen Sehhilfen, seien es Brillen oder Kontaktlinsen. Sie gleichen eine Sehschwäche wieder aus. Ob Sie zu einer Brille oder doch besser zu Kontaktlinsen greifen sollten, ist eine persönliche Entscheidung, denn beide Sehhilfen haben Vor- und Nachteile. Hilfe bei der Entscheidung bietet unser Ratgeber zu dem Thema.