Parkinson

Wer viel zittert, dem wird schnell angeraten, sich auf die Krankheit “Parkinson” untersuchen zu lassen. Prominente Erkrankte lenken das Augenmerk auf diese Erkrankung. Papst Johannes Paul II starb 2005 mit dieser Erkrankung, Schauspieler Michael J. Fox lebt gezeichnet von seiner Krankheit inmitten der Öffentlichkeit und steht unter ständiger Beobachtung, was zugleich aufzeigt, dass selbst solvente Patienten bislang nicht vollständig geheilt werden können. Doch was ist Morbus Parkinson genau und wie kann man diese Krankheit behandeln?

Beim Morbus Parkinson, der umgangssprachlich auch “Schüttellähmung” genannt wird, kommt es zur Fehlleitung von Dopamin im Gehirn. Dopamin ist ein Botenstoff, ein Neurotransmitter, der sowohl für die Bewegungsfähigkeit, als auch für das Empfinden von Glücksgefühlen im Körper benötigt wird. Bei der Parkinson’schen Erkrankung wird dieser Botenstoff im Gehirn, genauer in der Substantia Nigra, nicht mehr ausreichend weitergeleitet, es kommt zu Bewegungseinschränkungen wie Zittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor) und einer allgemeinen Verlangsamung (Hypo- bzw. Akinese). Das typische Krankheitsbild eines Parkinsonpatienten ist ein nach vorne übergebeugter Oberkörper mit hängenden, an den Seiten anliegenden Armen, die beim Gehen nicht mitschwingen. Der Kopf zeigt infolge des “Buckels” auf leicht verkrampften Schultern nach vorne, das Drehen des Kopfes oder des Oberkörpers zur Seite ist fast nicht möglich, der ganze Körper wird bewegt. Parkinsonpatienten sprechen langsam und stottern auch (die sogenannte, parkinsontypische “Palilalie”, also das Wiederholen von Silben), die Bewegungseinschränkung bezieht sich schließlich auf alle Bewegungen des Körpers, auch die des Sprachapparates. Dies bedeutet aber entgegengesetzt der landläufigen Meinung nicht, dass Parkinson zugleich mit einer Demenz einhergeht. Im Gegenteil, die Patienten sind geistig meist überhaupt nicht eingeschränkt und leiden sehr darunter, als minder intelligent zu gelten, weil sie nicht schnell genug in der Lage sind, zu antworten. Parkinsonkranke leiden oft unter Depressionen. Dies kann zum einen daraus resultieren, dass der Patient traurig über seinen Krankheitsverlauf ist. Andererseits ist aber auch nicht zu unterschätzen, dass Dopamin auch als Glückshormon gilt und dessen Produktion eben gestört ist. Ein weiteres Symptom für die Erkrankung ist übrigens die Mikrographie, die Patienten schreiben mit fortschreitender Erkrankung immer kleiner bis hin zur Unlesbarkeit. Personen mit Parkinson sind zudem einer sehr hohen Sturzgefahr ausgesetzt, da die Bewegung meist erst nicht richtig in Gang kommt und dann schwer zu bremsen ist. Erkrankte sind folglich einer ganzen Reihe von Krankheiten ausgesetzt, die als “Nebeneffekt” auftreten. Lungenentzündungen, Dekubitalgeschwüre (Wundliegen) oder Thrombosen sind häufig folgende Krankheiten, die zusätzlich wegen des Parkinson auftreten und letztlich sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können, je nach Status des Morbus Parkinson.

Der Morbus Parkinson kann noch nicht geheilt werden. Es gibt aber das Medikament “L-Dopa” (Handelsnamen Levodopa/Madopar etc.), das das körpereigene Dopamin substituiert. Wird es eingenommen, wirkt es allerdings nur insgesamt etwa zehn Jahre, danach nimmt die Wirkung des Medikamentes ab. Deshalb wird zuvor angeraten, Medikamente einzunehmen, die das körpereigene Dopamin und dessen Produktion bzw. dessen Transport im Hirn anregen. Es werden derzeit auch Chips, die ins Gehirn implantiert werden (“Hirnschrittmacher”) getestet, diese Form der Behandlung ist derzeit aber noch in der Testphase und kommt vermutlich nicht für jeden Patienten in Frage. Erkrankte sollten Sport anstreben, um die Dopaminproduktion anzuregen. Auch physikalische Anwendungen, wie Massagen oder Physiotherapie lindern meist die Symptomatik. Die Krankheit kann so zwar nicht geheilt oder gestoppt werden, der Krankheitsverlauf kann sich allerdings günstig beeinflussen lassen, er wird bestenfalls verlangsamt und Symptome gelindert. Wie bei jeder Erkrankung wirken sich gute soziale Kontakte, wie Freunde und Familie, positiv auf das Wohlbefinden und somit auf die Krankheitssituation des Patienten aus. Selbsthilfegruppen und der Austausch mit geschultem Personal können helfen, die Situation im Alltag mit dem Erkrankten zu meistern.