Keine voreiligen Schnitte

Bei einem Bandscheibenvorfall wird oft zu schnell zum OP-Messer gegriffen

Der Mensch scheint nicht geschaffen zu sein für den Bürostuhl. Eine der am häufigsten in Erscheinung tretenden Zivilisationskrankheiten sind chronische Rückenschmerzen, und Schuld daran sind nicht selten Bewegungsmangel und falsches Sitzen. Besonders schmerzhaft für die Betroffenen ist ein Bandscheibenvorfall. Häufig wird dann zu schnell operiert, dabei lässt sich das Rückenleiden in den meisten Fällen schonender bewältigen.

So ein Rücken hat im Laufe eines Lebens viel auszuhalten und findet gewöhnlich erst dann Beachtung, wenn er nicht mehr mitmacht. Jeder vierte bis dritte Deutsche leidet an Rückenschmerzen, etwa 180.000 von ihnen wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Normalerweise sorgen 23 Bandscheiben zwischen den einzelnen Wirbeln dafür, dass Stöße und Druckbelastungen abgefedert werden. Sie bestehen aus einer festen Hülle, die mit einer gallertartigen Masse gefüllt ist. Dieser weiche Kern besteht zum größten Teil aus Wasser und hat die Funktion eines Stoßdämpfers, der für einen reibungslosen Bewegungsablauf sorgt.

Mit der Zeit kann sich der Gallertkern einer Bandscheibe jedoch nach außen wölben, oder aber ihre äußere Hülle wird rissig und ein Teil des Kerns tritt aus. Drückt dieser Teil der Bandscheibe dann auf das Rückenmark, bekommen das die Betroffenen durch starke Schmerzen zu spüren, die bis in Arme und Beine ausstrahlen können. Weitere Symptome reichen von einem Taubheitsgefühl in Rücken oder Gliedmaßen bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Den Rücken stärken durch Bewegung

Um dem vorzubeugen, sind Sport und Rückenübungen hilfreich. Vor allem Schwimmen ist für die Rückenmuskulatur ein wahrer Segen, sollte aber mit einem Bauchmuskeltraining verbunden werden, da sich Rücken- und Bauchmuskulatur gegenseitig ausgleichen. Genauso wichtig ist es, rückenschonend zu arbeiten. Gehen Sie beim Heben in die Knie, anstatt mit gebeugtem Rücken zu heben und achten Sie auch bei Alltagsaufgaben wie Bügeln und Zähneputzen auf eine gerade Körperhaltung.

Deuten die Symptome auf einen Bandscheibenvorfall, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, bei einem Orthopäden oder Osteopathen sind Sie an der richtigen Adresse. Viel zu oft wird allerdings vorschnell operiert. Nach Schätzungen von Experten sind bis zu 80 Prozent aller Operationen am Rücken unnötig. Meistens sind Physiotherapie in Verbindung mit spezieller Rückengymnastik und einer Schmerztherapie völlig ausreichend. Hinzu kommt, dass durch moderne, bildgebende Verfahren in der Medizin wie beispielsweise Computertomographie zwar wesentlich mehr Schäden an den Bandscheiben gefunden werden, diese aber nicht immer auch Grund der Beschwerden sein müssen. Besonders schwache Muskulatur am Rücken neigt von sich aus dazu, Schmerzen zu verursachen. Neueste Studien ergaben zudem, dass sich bei jedem vierten Menschen Anzeichen eines Bandscheibenvorfalls finden lassen, ohne dass die Untersuchten irgendwelche Beschwerden wahrnahmen.

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