Kreuzbandriss – Wenn das Knie nicht mehr mitmacht

Von Sportlern gefürchtet, zählt ein Kreuzbandriss zu den Sportverletzungen, die relativ häufig vorkommen. In Deutschland sind etwa 80.000 Menschen jedes Jahr betroffen. Die Kreuzbänder gehören zum Kniegelenk und helfen dabei, das Knie zu stabilisieren. Ein lautes Knacken kündigt den Kreuzbandriss an. In der Folge schwillt das Knie an und es entstehen Schmerzen im Kniegelenk. Besonders gefährdet sind Fußballspieler und Skifahrer, bei ihnen reißen die Kreuzbänder am häufigsten.

Ein gesundes Knie hält große Kräfte aus. Abruptes Stoppen und Verdrehen, besonders beim Sportmachen, muss das Gelenk unbeschadet überstehen. Aber nicht immer geht das gut und es kommt zum Bänderriss. Jedes Knie hat jeweils ein vorderes und ein hinteres Kreuzband, die dem Knie die nötige Stabilität verleihen. Ihr Name kommt daher, dass sich die Bänder vor dem Kniegelenk kreuzen. Beschädigte Kreuzbänder lösen nicht nur Schmerzen aus, Verletzte knicken auch wesentlich schneller um. Außerdem haben sie das Gefühl, dass ihnen der Oberschenkel nach vorne hin wegrutschen könnte. Wer damit nicht zum Arzt geht riskiert, dass das Knieleiden chronisch wird. Lebenslange Knieprobleme sind die Folge davon.

Wenn ein Riss durchs Knie geht

Von den beiden Kreuzbändern in einem Knie ist das vordere schwächer als das hintere und weniger belastbar. In neun von zehn Fällen ist deshalb das vordere Band betroffen. Anfällig für die Verletzung sind vor allem Menschen, bei denen häufig hohe Kräfte auf das Knie wirken. Das gilt für viele Sportler ebenso wie für einige Berufsbilder, wie zum Beispiel Möbelpacker oder Alten- und Krankenpfleger. Ein Kreuzbandriss macht sich meist durch ein lautes Knacken bemerkbar, im Anschluss kommen die Schmerzen. Das Knie sollten dann ruhig gelagert werden, am besten wird es hochgelegt. Außerdem hilft Kühlen gegen die Schmerzen.

Wie ein Kreuzbandriss behandelt wird

Bei Verdacht auf einen Riss der Bänder im Knie ist ein Arztbesuch immer sinnvoll. Schon optisch lässt sich die Verletzung durch den Arzt eingrenzen, denn das Knie ist meist stark geschwollen und lässt sich nicht mehr in vollem Umfang bewegen. Außerdem lassen sich Oberschenkel und Schienbein gegeneinander verschieben. Eine Röntgenaufnahme oder die Untersuchung in einem Magnetresonanztomograph gibt letztliche Gewissheit darüber, ob die Bänder verletzt sind.

Ist die Diagnose Kreuzbandriss gestellt, lässt sich die Verletzung auf zweierlei Arten behandeln – zum einen durch eine Operation, zum anderen durch eine sogenannte konservative Therapie. Vorschnell operieriert wird in den seltensten Fällen. Bei Profisportlern mag das häufig anders sein, weil für sie der Zeitdruck bis zur Abheilung der Verletzung eine wesentlich größere Rolle spielt. Bei allen anderen wird das Knie zunächst einmal ruhig gestellt. Das geschieht mit Hilfe von Schienen und Krücken. Außerdem wird das verletzte Knie wiederholt gekühlt. Physiotherapie und Krankengymnastik kommen in manchen Fällen ebenfalls zum Einsatz. Am Ende entscheidet die Stabilität des Knies, ob eine Operation notwendig ist. Sie wird häufig erst Monate oder sogar Jahre nach der Verletzung durchgeführt und ist heutzutage in der Regel völlig unproblematisch. Meistens ist ein ambulanter Eingriff möglich, bei dem körpereigenes Gewebe dazu benutzt wird, die gerissenen Bänder zu ersetzen.

Wie lange dauert die Verletzung?

Die akuten Beschwerden eines Kreuzbandrisses halten mehrere Wochen an, in denen die Betroffenen häufig auf Gehhilfen und Knieschienen angewiesen sind. Darüber hinaus können einige Beschwerden noch über Monate anhalten. Das Knie ist dann weniger stark belastbar und sollte, wenn möglich, nur mit Vorsicht belastet werden. Bis es seine ursprüngliche Belastbarkeit wieder erreicht, kann es also eine Zeit lang dauern.

Vor dem Sport aufwärmen

Das Risiko eines Kreubandrisses ist beim Springen und durch abruptes Stoppen beim Laufen besonders hoch. Vor dem Sport sollten Sie sich zunächst aufwärmen und dehnen, bevor sie vollen Einsatz zeigen. Geeignete Schuhe, zum Beispiel beim Laufen, helfen ebenfalls, die auf das Knie wirkenden Kräfte abzudämpfen. Eine richtige Lauf- und Sprungtechnik schützen zusätzlich davor, die Bänder zu überlasten.