Anzeichen für Schlaganfall

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Hirninfarkt

Wer die Symptome eines Schlaganfalls rechtzeitig erkennt, kann Leben retten. Die Anzeichen für Schlaganfall zu erkennen ist nicht schwer, solange man weiß worauf es zu achten gilt. Ein Schnelltest ermöglicht es auch Laien, einen Hirninfarkt innerhalb einer Minute zu identifizieren.

Ein vermeintlich harmloser Sturz auf einer Party, ein leichter Schwindelanfall in der Mittagspause – fast niemand würde dahinter einen Schlaganfall vermuten, und in der Regel ist bis auf einen kleinen Schreck nichts Schlimmeres zu erwarten. Doch in manchen Fällen verbirgt sich dahinter ein Hirninfarkt, bei Medizinern auch als Apoplex bekannt, und vielfach wird die gefährliche Erkrankung nicht erkannt. Zu harmlos erscheinen die auftretenden Symptome, zu denen auch Lähmungserscheinungen sowie Seh- und Bewusstseinsstörungen hinzukommen können, aber eben nicht müssen.

Für Schlaganfallpatienten hat das verhängnisvolle Konsequenzen, denn je länger ein Schlaganfall unerkannt und damit unbehandelt bleibt, desto lebensgefährlicher und folgenschwerer wird er für die Betroffenen. Noch immer ist Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, und darüber hinaus der häufigste Grund für mittlere und schwere Behinderungen. Mit etwa einer Viertel Millionen Fälle jedes Jahr verbucht der Schlaganfall auch in der Statistik der häufigsten Erkrankungen einen Platz ganz oben. Umso wichtiger ist es, über Vorboten und Symptome der neurologischen Erkrankung Bescheid zu wissen. Mit dem nötigen Vorwissen und ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich viele Leben retten, und schwere Behinderungen, die ein Leben lang bleiben, mildern oder ganz verhindern.

FAST – wie Sie einen Schlaganfall erkennen

Viele der Symptome, mit denen ein Schlaganfall einhergeht, werden schnell mit anderen Ursachen in Verbindung gebracht. Schuld am Schwindelgefühl und anderen Symptomen könnten genauso gut Alkohol oder zu viel Hitze sein. Mit einem Schnelltest, der von Ärzten für Laien entwickelt worden ist, um einen Schlaganfall so früh wie möglich zu erkennen, lässt sich aber in den meisten Fällen ein Hirninfarkt erkennen.

Das Stichwort, das Leben retten soll, heißt FAST, und steht im Englischen für face, arms, speech und time. Auf Deutsch können Sie sich die Schlagwörter Sprache, Arme, Lächeln und Zeit merken, die sich mit SALZ abkürzen lassen. Dahinter steht die Erfahrung, dass sich ein Schlaganfall durch den Ausfall von Gesichts- und Armmotorik sowie vermindertem Sprachvermögen erkennen lässt. Treten bei einem Menschen daher verdächtige Symtome wie Schwindel, Taubheitsgefühle, Gleichgewichtsstörungen, Schluckstörungen oder Lähmungserscheinungen in Gesicht oder Armen auf, gehen Sie folgendermaßen vor:

Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, anschließend die Arme von sich zu strecken und gleichzeitig die Handflächen nach oben zu drehen. Bitten Sie die Person außerdem, Sie anzulächeln. Hat die betroffene Person Schwierigkeiten dabei, den Satz nachzusprechen oder die Armübung problemlos auszuführen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie einen Schlaganfall erlitten hat. Auch ein schiefes Lächeln ist ein starker Hinweis darauf, da ein Apoplex häufig mit einer halbseitigen Lähmung einhergeht. Das vierte Schlagwort “Zeit” steht dafür, was Sie jetzt tun sollten: so schnell wie möglich die 112 anrufen und den Notarzt verständigen, ab jetzt zählt jede Minute.

Bis der Rettungsdienst eintrifft

Lassen Sie die Person, die Anzeichen für einen Schlaganfall zeigt, nicht aus den Augen, bis der Notarzt eintrifft. Sie sollten mit ihr sprechen und nach Möglichkeit verhindern, dass sie ohnmächtig wird. Sorgen Sie dafür, dass sich die Person nicht hinlegt, sondern mit aufrechtem Oberkörper sitzt oder steht. Bei einem Schlaganfall, der durch eine Hirnblutung ausgelöst wird, verhindern Sie so unter Umständen, dass sich die Blutung im Gehirn verstärkt. Mehr zu den Ursachen für Schlaganfall finden Sie in unseren allgemeinen Informationen zum Thema Schlaganfall. Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollten auch auf keinen Fall blutverdünnende Medikamente wie Aspirin verabreicht werden. Ausgerechnet bei Hirnblutungen entstehen oft starke Kopfschmerzen, die Blutung im Gehirn wird aber durch blutverdünnende Medikamente beschleunigt. Im besten Fall wird ein Patient mit Schlaganfall in einer so genannten Stroke Unit behandelt, einer Abteilung der Neurologie, die auf Schlaganfälle spezialisiert ist.