Schlafstörungen

Wohl denen, die abends schnell einschlafen, nachts durchschlafen und morgens erholt aufwachen. Vielen Menschen geht es anders – sie schlafen abends nicht ein und nachts nicht durch. Morgens fühlen sie sich wie gerädert und erschöpft. Die Folgen von Schlafmangel ziehen sich über den Tag hin und erschweren die täglichen Aufgaben durch anhaltende Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Darüber hinaus ist es ungesund, über längere Zeiträume hinweg zu wenig zu schlafen. So führen Schlafstörungen auf Dauer dazu, dass sich der Blutdruck erhöht und sich dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht. Weil die Ursachen des gestörten Schlafs so unterschiedlich und vielseitig sein können, braucht es nicht selten eine Reihe von Untersuchungen, bis die Gründe gefunden werden. Schuld an Schlafstörungen sind neben psychischen und organischen Erkrankungen jedoch einfach falsche Lebensgewohnheiten.

Ab wann sind Schlafstörungen krankhaft? Die Frage lässt sich für Mediziner nicht immer eindeutig beantworten. Denn ob der Schlaf als gestört empfunden wird, hängt nicht unwesentlich vom eigenen Empfinden ab. So empfinden manche Menschen schon längeres Wachliegen vor dem Einschlafen oder gelegentliches Aufwachen während des Schlafs als Schlafstörung. Problematisch wird eine Schlafstörung aber insbesondere dann, wenn sie sich auf den Tag auswirkt.

Psychische Gründe für Schlafstörungen

Stress und Frust auf der Arbeit oder im Privatleben können sich bekannterweise stark auf den Schlaf auswirken. Wenn abends vor dem Einschlafen die Gedanken noch kreisen und die Leidtragenden aus dem Grübeln nicht mehr herauskommen, ist an Schlaf oft nicht mehr zu denken. Solange die Probleme und der Stress konkrete Ursachen haben und nur gelegentlich den Schlaf stören, besteht kein Grund zur Sorge.

Hinter den Schlafstörungen können jedoch auch schwerwiegendere psychische Erkrankungen stecken. Sie sind eines der am häufigsten auftretenden Symptome eines Burnouts, von Angststörungen oder einer Depression. Bei anfänglichen und leichten Beschwerden können Entspannungstechniken dabei helfen, die Last auf der Seele etwas zu lindern und für leichteren und besseren Schlaf zu sorgen. Alternativmedizinische Mittel wie Johanniskraut und Baldrian sind manchmal ebenfalls hilfreich. Bei anhaltenden und schweren Schlafstörungen sollten Sie jedoch zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Der kann herausfinden, ob nicht körperliche Ursachen den nächtlichen Schlaf stören.

Körperliche Gründe für Schlafstörungen

Die Qualität und Dauer des Schlafs auf der einen Seite und die Gesundheit sowie das körperliche Wohlbefinden auf der anderen Seite stehen in einer starken Abhängigkeit zueinander. So kann gestörter Schlaf dazu führen, dass ein Mensch erkrankt – sowohl körperlich als auch psychisch. Andererseits lösen einige Krankheiten die Schlafstörungen erst aus. Dazu gehören zum Beispiel Erkrankungen der Organe. Herz-Kreislauf-Krankheiten und Bluthochdruck wirken sich häufig auf den Schlaf aus. Krankheiten anderer Organe ebenfalls, wie Schilddrüse, Magen-Darm und Nieren. Bei letzteren sorgt oft schon häufiger Harndrang dafür, dass die Betroffenen nicht schlafen können. Bei vielen Frauen sorgen außerdem die Wechseljahre dafür, dass Sie nicht mehr so schlafen wie vorher.

Gestört wird die Nachtruhe zudem durch Schnarchen und Schlafapnoe, oftmals nicht nur die eigene, sondern auch die des Bettnachbarn. Auch wenn es so scheint, als würde man durchschlafen, haben Schnarchen und nächtliche Atemaussetzer starke Auswirkungen auf die Qualität des Schlafs. Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche sind häufig die Folge davon.

Wie falsche Gewohnheiten den Schlaf stören

Je älter ein Mensch wird, desto leichter wird in der Regel der Schlaf und desto wichtiger ist gute Schlafhygiene. Darunter versteht man in erster Linie einen möglichst gleichbleibenden Schlaf-Wach-Rhythmus. Der ist insbesondere bei Menschen gestört, die über längere Zeit immer wieder Nachtdienste machen. Auch ein Jetlag bringt den Schlafrhythmus unter Umständen gehörig aus dem Gleichgewicht, und kann so zu Schlafstörungen führen, die einige Tage anhalten. Zur Schlafhygiene zählt darüber hinaus, dass man sich einige Stunden vor dem zu Bett gehen nicht mehr mit Dingen beschäftigt, die den Kopf zu sehr beschäftigen. Dabei muss jeder für sich selbst herausfinden, ob es vor dem Schlafen ein spannender Krimi sein darf oder besser ein besonders langweiliges Buch oder Fernsehprogramm. Hauptsache ist, Sie schalten ab und bekommen den Kopf frei.