So geht’s: Kontaktlinsen einsetzen, reinigen, pflegen

Der Umgang mit Kontaktlinsen will gelernt sein. Wer seine Brille gegen die winzigen Linsen eintauscht, kommt nicht umhin, sich mit einigen Grundregeln zu befassen. Und auch wer die Haftlinsen im Wechsel mit einer Brille trägt, braucht beim Einsetzen der Kontaktlinsen zunächst erstmal etwas Übung. Ein paar Kleinigkeiten gibt es dabei zu beachten. Denn richtig eingesetzt machen Kontaktlinsen zwar Freude, bei falscher Handhabung drohen aber Entzündungen der Bindehaut oder Verletzungen der Hornhaut an den Augen.

Auch Augen brauchen Pause

Kontaktlinsen dürfen nicht zu lange am Stück getragen werden, weil sie den Stoffwechsel der Augen beeinflussen. Das Auge nimmt weniger Sauerstoff auf und trocknet schneller aus. Kontaktlinsen sollten also zur Nacht immer rausgenommen werden, damit sich die Augen regenerieren können. Aber auch tagsüber darf man es nicht übertreiben, weiche Linsen lassen sich bis zu maximal zehn Stunden tragen. Bei harten Kontaktlinsen sind um die 20 Stunden noch in Ordnung, denn sie lassen mehr Sauerstoff an die Augen. Bei weichen Haftlinsen empfiehlt es sich, sie im Wechsel mit einer Brille zu tragen, damit die Augen nicht überstrapaziert werden. Achten Sie außerdem darauf, die Linsen nicht länger zu tragen, als es vom Hersteller vorgesehen ist.

Nicht ohne Hygiene

Das A und O beim Umgang mit Kontaktlinsen ist die Hygiene, denn Augen sind kein Touchscreen, sondern empfindliche Sinnesorgane, die für Krankheitserreger anfällig sind. Die Hände sollten deshalb immer gründlich gewaschen werden, bevor man die Kontaktlinsen einsetzt oder wieder rausnimmt. Bakterien und andere Erreger können sich sonst auf den Linsen breitmachen und die Augen befallen. Außerdem müssen die Haftlinsen vor und nach dem Gebrauch unbedingt gereinigt werden. In der Zwischenzeit sind sie in einem Behälter gut aufgehoben, der mit Reinigungsflüssigkeit gefüllt ist. Bei aller Vorsicht ist es für Träger von Kontaktlinsen aber trotzdem notwendig, die Augen von Zeit zu Zeit von einem Augenarzt oder Optiker überprüfen zu lassen.

Kontaktlinsen einsetzen: Immer mit der Ruhe!

Bevor die Routine einsetzt, ist das Einsetzen der Kontaktlinsen für viele Neulinge eine Qual. Oft klappt es nicht auf Anhieb, die Linsen an- oder auszuziehen, und hinzu kommt die Angst, die winzigen Dinger könnten derweil vom Finger rutschen und für immer im Abfluss verschwinden. Aber keine Sorge – mit etwas Übung klappt es damit fast wie im Schlaf.

Wichtig ist es vor allen Dingen, Ruhe zu bewahren. Denn unter Stress ist das filigrane Hantieren mit den kleinen Linsen umso schwerer. Sorgen Sie für ausreichend Licht und nehmen Sie sich am Anfang ruhig mindestens eine Viertelstunde Zeit. Legen Sie außerdem ein Tablett oder eine ähnliche Ablage unter sich, auf der sie die Kontaktlinsen schnell finden, falls mal eine runterfällt. Mit etwas Übung ist das Einsetzen der Kontaktlinsen nach einigen Wochen Sache von Sekunden.

Sie sollten sich das Einsetzen der Kontaktlinsen wenigstens einmal von Ihrem Augenarzt oder Optiker zeigen lassen. Die Linse wird mit der gewölbten Seite nach unten auf einen Finger gelegt. Mit einem anderen Finger der selben Hand ziehen Sie das untere Augenlid nach unten. Mit einem Finger der anderen Hand ziehen Sie das obere Augenlid nach oben. Anschließend wird die Kontaktlinse auf die Mitte des Auges gesetzt. Schließen und öffnen Sie Ihr Auge mehrmals, um zu überprüfen, ob die Kontaktlinse gut sitzt. Ist das nicht der Fall, insbesondere wenn das Auge anfängt zu brennen oder die Linse sich kratzig anfühlt, sollten Sie die Linse wieder herausnehmen und nachsehen, ob sie unter Umständen verschmutzt oder beschädigt ist. Ist das nicht der Fall – einfach noch einmal versuchen.

Kontaktlinsen aufbewahren

Nachttisch, Ablage, Portemonnaie – dort gehören Kontaktlinsen ganz bestimmt nicht hin. Sie sollten niemals einfach irgendwo abgelegt werden, sondern gehören sofort in ein zugehöriges Döschen, das mit Reinigungsflüssigkeit gefüllt ist. Vorher sollten sie allerdings noch mit der gleichen Flüssigkeit gereinigt werden.

Bei Erkältung und Grippe: Linsen raus, Brille auf

Ärzte warnen davor, Kontaktlinsen bei Schnupfen und Fieber zu tragen. Das Risiko, an einer Entzündung der Binde- oder Hornhaut zu erkranken, steigt dadurch enorm. Bei mehr als acht von zehn Trägern von Kontaktlinsen kommt es demnach zu einer Bindehautentzündung. Einige Kontaktlinsen wirken für Erreger wie Petrischalen, so dass sich die Infektion mühelos auf die Augen übertragen kann. Normalerweise schützt sich das Auge durch Tränenflüssigkeit davor. Besser ist es darum, bei Erkältung und Grippe auf Kontaktlinsen zu verzichten und stattdessen die gute alte Brille wieder anzuziehen.