Medikamente

So alt wie der Mensch selbst ist wahrscheinlich die Idee, sich die heilende Wirkung bestimmter Pflanzen und anderer Wirkstoffe zu Nutze zu machen. Viele Kulturen und Völker haben über die Jahrhunderte ihre eigenen Heilkünste und ihre eigenen Heilpraktiken hervorgebracht, wie etwa das Ayurveda in Indien. In der westlichen Welt hat sich dagegen in den Industrieländern die moderne Medizin entwickelt, und mit ihr Arzneimittel, die im Labor in Reagenzgläsern und Petrischalen ausgetüftelt werden.

Ihrer Wirkung verdanken viele Menschen die Heilung oder Linderung ihrer Beschwerden, die hohe Lebenserwartung in Industrieländern wird auch auf moderne Arzneimittel zurückgeführt. Die Kehrseite davon ist, dass viele Menschen ohne Medikamente nicht mehr auskommen, medikamentöse Abhängigkeiten sind ein großes Problem. Zudem entwickeln einige Erreger Resistenzen gegen Medikamente, auch weil falsch mit den Medikamenten umgegangen wird. Der richtige Umgang mit Arzneimitteln ist für Ärzte und Mediziner deshalb ein wichtiges Thema, das in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird.

Medikamente richtig einnehmen

Damit Medikamente richtig wirken, müssen sie wie vom Arzt verordnet eingenommen werden. Eine wichtige Rolle spielt häufig der Zeitpunkt der Einnahme, oft abhängig von den Mahlzeiten. Insbesondere Medikamente, die aggresiv auf die Magenschleimhaut wirken, sollten nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden, sondern mit oder nach dem Essen. Selbstverständlich sollte es außerdem sein, Medikamente nicht nach Ablauf ihres Haltbarkeitsdatums zu verwenden, denn ihre Wirkung kann sich über die Zeit verändern oder stark abschwächen. Informieren sollten Sie sich zudem, ob Sie Arzneimittel in Tablettenform teilen dürfen. Eine Tablette zu halbieren ist zwar häufig kein Problem, einige Arneimittel haben dazu eine dafür vorgesehene Kerbe. Allerdings haben wiederum andere Tabletten eine Schutzschicht, die durch das Teilen zerstört wird.

Besondere Verantwortung verlangt darüber hinaus der Umgang mit Antibiotika. Durch jahrzehntelange Schluderei bei der Einnahme sind viele Erreger resistent gegen diese Art von Arzneimittel geworden. Außerdem wird nach Meinung von Experten Antibiotika auch heute noch viel zu oft und zudem oft unnötig verschrieben. Wer ein Antibiotikum verschrieben bekommt, sollte darauf achten, dass er das Medikament wie vom Arzt vorgeschrieben einnimmt. Antibiotika darf nicht einfach eigenwillig abgesetzt werden, sondern sollte bis zum Ende der ärztlichen Dosierung genommen werden.

Vorsicht bei rezeptfreien Medikamenten

Vielfach kritisiert wurde bereits der oft bedenkenlose Einsatz rezeptfreier Medikamente. Dadurch, dass Arneimittel verschreibunfsfrei in der Apotheke erhältlich sind, halten viele Menschen sie für harmlos. Doch nach neueren Erkenntnissen haben viele der vermeintlich unschädlichen Medikamente mittel- und langfristig gesehen Nebenwirkungen, von denen die Betroffenen nicht einmal etwas merken. Besonders häufig sind Schäden an Organen wie Leber, Nieren und Magen. Allen voran häufig gekaufte Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen bewirken toxische Einlagerungen. Auch Johanniskraut ist vermutlich weniger harmlos, als von vielen angenommen. Mögliche Nebenwirkungen rezeptfreier Medikamente reichen von Magenblutungen über Lebererkrankungen bis hin zu Nierenversagen. Rezeptfreie Schmerzmittel sollten deshalb auf keinen Fall länger als drei Tage hinereinander eingenommen werden. Bei Nebenwirkungen sollten sie das Arzneimittel besser absetzen und Ihren Hausarzt um Rat fragen.

Wenn Arzneimittel abhängig machen

Ein weiteres Problem im Umgang mit Arzneimitteln ist, dass viele von ihnen in eine Abhängigkeit führen können. In Deutschland sind Schätzungen zufolge bis zu zwei Millionen Menschen medikamentenabhängig. Oft belächelt, ist eine Sucht nach Nasenspray für Abhängige nicht besonders spaßig. Abhängig machen die Sprays manche Menschen schon nach einigen Tagen. Sie sollten daher nur benutzt werden, wenn der Schnupfen besonders akut ist.

Weitaus häufiger führen Schmerzmittel zu einer Sucht. Das ist besonders problematisch, weil nach und nach die Schmerzschwelle der Betroffenen gesenkt wird. Dadurch werden Schmerzen immer weniger gut ertragen, was den Griff nach weiteren Schmerzmitteln nach sich zieht. Die Betroffenen geraten so in einen Sog der Abhängigkeit, bis sie ohne das Medikament nicht mehr Leben können. Schmerzmittel sollten daher nur dann genommen werden, wenn sich die Schmerzen ohne Medikament garnicht aushalten lassen.

Bei Risiken und Nebenwirkungen

So gut wie jedes Medikament bringt Nebenwirkungen mit sich, die mehr oder weniger stark sein können. Die Einnahme eines Arzneimittels ist deshalb im Grunde immer eine Abwägung zwischen Kosten und Nutzen. Ist der Nutzen höher als die möglichen Nebenwirkungen, wird ein Medikament als sinnvoll betrachtet. Setzten Sie sich daher bewußt mit den Nebenwirkungen auseinander, ohne in Panik zu verfallen. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie Bedenken gegen ein Medikament haben. Lesen Sie außerdem die Packungsbeilage. Sie kann unter anderem Hinweise darauf liefern, inwieweit das Arzneimittel Sie möglicherweise beeinträchtigt, zum Beispiel im Straßenverkehr.