Schmerzen in der Brust

Bei Schmerzen in der Brust kreisen die Gedanken bei vielen Menschen um ein einziges Wort: Herzinfarkt. Doch Brustschmerzen können viele unterschiedliche Gründe und Ursachen haben. Ein Herzinfarkt ist nur einer davon. Denn neben anderen Herzerkrankungen, die dafür verantwortlich sein können, sind es möglicherweise Lunge, Muskeln, Speiseröhre und sogar der Magen oder der Rücken, die die Schmerzen auslösen. Im Zweifelsfall alarmiert man aber lieber den Arzt, damit gefährliche Erkrankungen rechtzeitig entdeckt oder ausgeschlossen werden können.

Brustschmerzen durch Herzinfarkt?

Auch wenn bei Schmerzen in der Brust der Verdacht schnell auf einen Herzinfarkt fällt, in Panik verfallen sollte deshalb niemand. Besser ist es, die Ruhe zu bewahren, und den Schmerzen kurz nachzugehen. Die Schmerzen bei einem Herzinfarkt haben eine bestimmte Charakteristik. Lässt der Schmerz allerdings nicht nach, oder ist er besonders stark, rufen Sie aber besser den Notarzt an. Im Zweifelsfall ist ein überflüssiger Anruf immer besser, als die gefährlichen Folgen eines Herzinfarkts. Zudem ist auch bei anderen Auslösern von Brustschmerzen ein Arztbesuch sinnvoll.

Typisch für einen Herzinfarkt sind Schmerzen hinter dem Brustbein oder etwas links davon. Sie strahlen häufig auf Hals, Arme oder den Bauch aus und dauern typischerweise einige Minuten oder länger an. Hinzu kommen oftmals starke Angstgefühle und ein Gefühl der Beklemmung und Einengung. Allerdings sollte beachtet werden, dass ein Herzinfarkt in einigen Fällen auch ohne Schmerzen oder die typischen Begleiterscheinungen eintreten kann. Besonders Frauen zeigen nicht immer die typischen Symptome.

Das Herz kann aber noch aus anderen Gründen schmerzen, wenn zum Beispiel der Herzbeutel oder Herzmuskel entzündet ist, oder Durchblutungsstörungen des Herzens dazu führen. Außerdem sorgen Herz-Rhythmus-Störungen öfter mal für Schmerzen in der Brust.

Die vielen Ursachen für Brustschmerzen

Eine große Vielzahl an Erkrankungen können Schmerzen in der Brust hervorrufen. Grob eingeteilt sind Erkrankungen der Lunge, der Muskulatur, des Rückens sowie des Magens und der Speiseröhre als Auslöser für die Schmerzen möglich. Zusätzlich ist die Psyche nicht selten beteiligt, und macht durch psychosomatische Beschwerden auf sich aufmerksam. Besonders Stress, aber auch psychische Leiden wie Burnout, Depression oder eine Angststörung stecken dahinter.

Die Lunge kann beispielsweise bei Entzündungen ein Schmerzensherd für Brustschmerzen sein. Entweder die Lunge ist dann in Form einer Lungenentzündung selbst betroffen, oder aber das Brust- beziehungsweise Lungenfell hat sich entzündet. Weitere mögliche Ursachen sind eine Bronchitis, eine Lungenembolie und Lungenkrebs.

Verspannungen und Zerrungen der Muskulatur können ebenfalls für Schmerzen in der Brust verantwortlich sein. Meist sind es Muskeln im Brustbereich, die Schuld daran sind. Aber auch Verspannungen im Rücken- und Schulterbereich strahlen häufig bis in die Brust aus, ohne dass es den Schmerzgeplagten bewusst ist.

Den Schmerz orten und einordnen

Der Umgang mit Schmerzen in der westlichen Welt hat dazu geführt, dass Menschen kaum noch Bezug zu ihm haben. Schmerzen werden lediglich als lästig und unangenehm empfunden. Die Bereitschaft, Schmerzen zu ertragen und sie als Signale des Körpers zu verstehen, ist im Vergleich zu anderen Kulturen stark gesunken.

Doch gerade bei Schmerzen in der Brust hilft es, den Schmerz genau zu orten und einzuordnen. Das unterstützt außerdem den behandelnden Arzt dabei, eine richtige und möglichst genaue Diagnose zu stellen. Fragen Sie sich deshalb, wo genau der Schmerz auftritt – in der Brust, oder dem Rücken? Strahlt er aus, oder ist er punktuell? Hängt das Schmerzempfinden von der Atmung ab? Dann ist er meistens mit den Atemwegen verbunden. Wie verhält sich der Schmerz bei Bewegung? Und wie genau fühlt er sich an? Ist es ein dumpfer oder ein stechender Schmerz? Bewahren Sie also auch bei Schmerzen in der Brust am besten die Ruhe und einen klaren Kopf, so lässt sich die Ursache am schnellsten finden und behandeln.