Warum habe ich Zahnschmerzen?

Wenn es beim Zubeißen wehtut, verschwindet auch die Freude am schmackhaftesten Essen. Doch während bei anderen Schmerzen schnell ein Arzt aufgesucht wird, meiden viele Menschen den Zahnarzt wie der Teufel das Weihwasser. In vielen Fällen werden die Schmerzen nach einiger Zeit aber so groß, dass nur noch der Gang zu einem Fachmann hilft. Denn im Gegensatz zu manch anderer schmerzhafter Erkrankung kann oftmals nur ein Zahnarzt feststellen, wo die Schmerzen an den Zähnen wirklich herkommen. Aber auch wenn bei Zahnschmerzen die Möglichkeiten zur Selbstbehandlung gering sind – wer zieht sich schon gerne selbst einen Zahn – lässt sich zumindest im Vorfeld einiges für gesunde Zähne tun.

Zahnschmerzen – ein Schmerz, viele Ursachen

Harte Schale, weicher Kern – für Zähne gilt das in besonderer Weise. Zwar sind sie von Zahnschmelz überzogen, der härtesten Substanz des menschlichen Körpers, doch in ihrem Inneren sind die schmerzanfälligen Sensibelchen von hoch empfindlichen Nervenbahnen durchzogen. So hart gesunder Zahnschmelz auch sein mag, einer Belagerung durch gefräßige Bakterien, die im Mundraum siedeln, ist er auf Dauer hilflos ausgeliefert. Zahnschmerzen entstehen jedoch erst dann, wenn der Schutzwall aus Zahnschmelz durchbrochen ist, und sich die Krankheitserreger im Zahninneren verbreiten können. Dass die Zähne unter bakteriellem Dauerfeuer stehen, fällt so erst dann auf, wenn es schon zu spät ist. Allerdings fressen sich die Erreger nicht selbst durch den Zahn, sondern scheiden Stoffe aus, die die Zahnsubstanz nachhaltig schädigen. Diese Abbaustoffe entstehen aber dadurch, dass sich Bakterien von Zahnbelag ernähren, und gegen den kann und sollte regelmäßig etwas unternommen werden.

Keine Chance dem Zahnbelag

Schon in der Grundschule wird Kindern beigebracht, dass Zähneputzen gegen Karies schützt. Und tatsächlich, nirgendwo sonst ist unser Körper auf stete Hygiene so angewiesen wie im Mundraum, um gesund zu bleiben. Das liegt daran, dass Mund und Rachen für allerhand Schädlinge einen idealen Wohnraum bieten. So ist es dort zum einen schön warm und feucht, was Bakterien grundsätzlich lieben. Zum anderen sind Speisen und Getränke, die wir durch den Mund aufnehmen, auch für die Erreger ein gefundenes Fressen. Vor allem zuckerhaltige Nahrung bildet am Zahnschmelz eine Schicht aus Zahnbelag. Der Weg zu pochenden oder stechenden Zahnschmerzen ist dann nicht mehr weit, es drohen Karies oder Schlimmeres.

Zahnschmerzen durch Karies

Karies, was sich am besten mit Fäulnis übersetzen lässt, ist eine Erkrankung der Zähne, bei der Zahnschmelz und darunter liegende Zahnsubstanz akut angegriffen werden. Erst im weiteren Verlauf verursacht eine Karies Zahnschmerzen, nämlich wenn sie durch den Zahnschmelz durchgedrungen ist und mit Nerven durchzogenes Zahngewebe erreicht. Vorher bleibt sie lange unbemerkt und kann in frühem Stadium nur von einem Zahnarzt entdeckt werden. Deshalb ist es äußerst wichtig, in regelmäßigen Abständen, mindestens aber einmal im Jahr, zwecks einer Vorsorgeuntersuchung, zum Zahnarzt zu gehen. Nur so kann eine entstehende Karies behandelt werden, bevor sie Schmerzen verursacht. Zahnschmerzen durch Karies sind im Normalfall nicht anhaltend. Vielmehr wird der betroffene Zahn vermehrt schmerzempfindlich, vor allem gegen kalte und heiße Reize wie zum Beispiel durch Eis oder Heißgetränke.

Wenn der Schmerz die Wurzel erreicht

Bleibt eine Karies unbehandelt, kann sie sich durch die Zahnsubstanz bis zum Wurzelbett eines Zahns durchfressen. Infolge dessen stirbt der Zahn ab. Im weiteren Verlauf treten die Zahnschmerzen chronisch auf. Hat die Entzündung das Zahnbett erreicht, verstärkt sich der Schmerz, wenn mit einem Gegenstand auf den Zahn geklopft wird. Auch wenn Zahnschmerzen häufig als harmlos und einfach nur lästig angesehen werden, sollten sie unbedingt behandelt und keineswegs unterschätzt werden. Meistens sind Entzündungen durch Bakterien Grund für die Zahnschmerzen und können über die Blutbahn in den Körper gelangen, um dann in gleicher Weise an anderer Stelle Entzündungen hervorzurufen. Spätestens dann gibt es keinen Anlass zu Verharmlosung mehr, denn vermutlich stehen die so verbreiteten Erreger auch in Zusammenhang mit Herzinfarkt und Schlaganfall und erhöhen deren Risiko.

Zahnfleischentzündung und andere Ursachen für Zahnschmerzen

Schmerzen an den Zähnen haben darüber hinaus manchmal andere Ursachen, auch wenn der Schmerz oft der gleiche ist. Bei einer Parodontitis, früher bekannt als Parodontose, entzündet sich das Zahnfleisch und der Knochen um den Zahnhals herum. Erstes Warnzeichen ist in der Regel Zahnfleischbluten, vor allem beim Zähneputzen. Eine solche Erkrankung sollte ebenfalls von einem Zahnarzt behandelt werden. Darüber hinaus äußert sich bei manchen Patienten eine Migräne durch zusätzliche Zahnschmerzen, was auch bei Entzündungen des Ohrs oder der Nebenhöhlen der Fall sein kann.